Link zur vorherigen Seite Costa Rica - Meer Karibik

24. März 2026
Unsere Zeit in Costa Rica nähert sich dem Ende. Auch wenn wir nicht alles so machen konnten wie gedacht, hatten wir doch an der Karibikküste eine schöne Zeit mit interessanten Erlebnissen verbracht. Das Busticket nach San Jose ist gekauft und fast unglaublich, statt eines bestellten Taxi kam ein TukTuk und zu unserem grossen Erstaunen verstaute er Ruckzuck unsere beiden Koffer, die zwei Rucksäcke und uns dazu und hat uns zur Bushaltestelle gebracht. Der Bus war pünktlich und wir fuhren wieder durch den Regenwald im bequemen Bus nach San Jose.

Wir müssen erst mal wieder nach San Jose und unter anderem den Führerschein bei der Deutschen Botschaft abholen. Wir einigten uns von 2 Tagen (ich) und 7 Tagen (Gerhard) auf 3 Tage. Die Abholung des Führerschein bei der Botschaft klappte problemlos, nur die Abmeldung des Mobilphone package war etwas Zeitaufwändiger.
So wären 2 Tage ein grosses Problem gewesen.
Und dann kam mal wieder die grosse Überraschung: ein wunderbares Apartment, 2 Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein funktionierender Fernseher, eine kleine Küche mit allem drum und dran, eine Ecke mit einer tollen Waschmaschine --- und alles blitzsauber. Und das Ganze noch angenehm temperiert mit kuscheligen Betten. Kein frieren, nur wohlfühlen. Was wären wir gern noch länger geblieben......
Was ich nie für möglich gehalten hätte: sogar San Jose wurde mir sympathisch.
So gönnten wir uns noch einen leckeren Kaffeenachmittag in dem schönen Nationaltheater.


Nur länger Bleiben ging nicht mehr, die erste Buchung in Nicaragua war nicht stornierbar, Bus wäre vielleicht noch gegangen, Grenzübergang, weiss ich nicht, wir haben das 90- Tage-Visa beantragt.
Gerade als wir dabei waren Ometepe ( eine grosse Vulkaninsel im Lago Colcibolka, einen riesigen See an der Grenze zu Costa Rica ) zu Buchen ging uns auf, dass das genau die Osterwoche ist, Osterferien sind und 8 Tage lang gefeiert wird und dadurch die Preise besonders an Hot Spots extrem sind und das meiste sowieso ausgebucht ist. Rivas gab es sowieso nur noch für 2 Tage, Ometepe wurde erst mal fallen gelassen und wir verlagerten unsere nächsten Tage weiter nach Norden, nach Granada die südliche Küste war jetzt unbezahlbar.
Dann kam mal wieder das Unmögliche doppelt und dreifach. Mit der Busstation in San Jose hatten wir noch grosses Glück, sie war gut, auch mit unserem Gepäck (das mal wieder mehr war, wie wir wollten, unserer Trost ist dann immer: die Inländer kommen mit zig Taschen und Beuteln) gut erreichbar und eine Seite der Strasse sogar mit Rollkoffern passierbar, da es auch noch leicht Berg ab ging. Die Busstation war so aufgeräumt, dass wir nur staunten, das Gepäck wurde gekennzeichnet und man bekam einen Abholbon. Der Gepäckmensch sortierte das Gepäck ständig hin und her, wohl je nachdem, wo die Leute aussteigen. Er war noch nicht auf die Idee gekommen, das Gepäck erst mal draussen zu sortieren. Der Bus war neu, sauber, sehr bequem und hatte schöne grosse Fenster, ohne Vorhänge, die einem ständig die Sicht versperrten. Alles war sehr ungewohnt für costa-ricanische Verhältnisse. Fahrzeit 3 ½ Stunden bis Liberia.
Uff, kaputt, statt 3 ½ Std., SIEBEN Stunden!!!
Die Pan American wird auf der Strecke verbreitert, weil hier immer grosse Staus sind, d.h. aber, der Abschnitt ist erst mal auf lange Sicht noch schmaler, was zu noch grösseren Staus führt, da die Verbreiterung durch die steilen Berghänge grosse Herausforderungen sind und alles sehr unkoordiniert abläuft, aber: Pura Vida! Wörtlich: das Pure Leben - und keiner regt sich auf.
Wir sind dann endlich um 19 Uhr in der Unterkunft, nachdem der nette Taxifahrer dafür gesorgt hat, dass wir gehört werden und uns geöffnet wurde.
An der Rezeption entstand dann eine nervöse Atmosphäre. Es stellte sich dann, nach vielen hin und her raus, dass wir ein teureres Zimmer bezahlt haben, aber das billigste, unzumutbare, kaum zu beschreiben, reserviert wurde. Im guten Zimmer war noch ein Handwerker zu Gange, da die Klimaanlage kaputt war. Die Versuche doch das kleine Zimmer zu nehmen lehnten wir kategorisch ab. Also eine Stunde wird noch gebraucht. O.k. gehen wir Essen. Wir gaben dem Handwerker 2 Stunden, inzwischen war es 21:30. Wir einigten uns dann, dass er aufhört und am nächsten Tag weiter macht. Es dauerte dann noch eine Weile bis das Zimmer wieder gesäubert und aufgeräumt war und wir endlich duschen konnten und ins Bett fielen.
Nach einer guten, durchgeschlafenen Nacht, überliessen wir dem netten Handwerker wieder das Zimmer. Inzwischen wurde William, der Besitzer, immer nervöser, da das Zimmer mit der einzigen Klima Anlage am nächsten Tag wieder fest vermietet war und können wir nicht doch....? Nein, können wir nicht und um weitere Diskussionen aus dem Weg zu gehen trieben wir uns den ganzen Tag draussen herum, statt, was wir eigentlich vorhatten, uns um den Blog zu kümmern. So konnten wir aber in der riesigen, super modernen Kathedrale zusehen, wie für den Ostersonntag Umzug schon dekoriert wurde und entdeckten einige Heilige aus der Reservekammer, die darauf warteten wieder zum Leben erweckt zu werden.
Und wir konnten noch einen Blick auf die entfernten Vulkane werfen.




Der Handwerker hat die Klimaanlage wohl doch nicht zum Laufen gebracht, denn es scheint eine Neue zu sein. Wir wollen auch nicht dabei sein, wenn die neuen Gäste kommen und haben das einzige Café gefunden mit WLAN. Es gibt eh kaum welche in der Gegend hier, und heute am Palmsonntag sind einige der wenigen auch noch geschlossen.
30. März 2026
Morgen geht es also weiter und wir haben einen Bus gefunden, der sogar durchfährt nach Nicaragua, nur aussteigen an der costa-ricanischen Grenze, Stempel, bezahlen, wieder in den Bus, dann rüber zur nicaraguanischen Grenzstation, diesmal Gepäck mitnehmen, durchleuchten, sass aber keiner am Band, Stempel, bezahlen und wieder in den Bus, der wieder auf der anderen Seite wartete. Und was sahen wir die Leute ihr Gepäck von einer Grenzstation zur anderen Schleppen, auf sehr langen, schlechten Weg und was waren wir wieder heilfroh, diesen Bus gefunden zu haben und der ist wirklich das Mehrgeld doppelt und dreifach wert. Es vereinfacht die ganze Prozedur und man kann sich besser wehren gegen Menschen, die angeblich helfen wollen und vor denen sehr gewarnt wird.

Besonders schön war die Fahrt, vorbei an einer Kette von Vulkanen bei sehr guter Sicht, die nicht nur dem Wetter zu verdanken war, sondern der Blick aus dem Bus heraus ist natürlich noch grandioser als vom Auto aus. Die Fahrt von Liberia bis zur Grenze, ging auch vorbei an einer kilometerlangen Kette von wartenden Trucks.
Rivas – Nicaragua

In Rivas angekommen wurden wir gleich von dutzenden von Helfern umzingelt. Hilfe, wir brauchen erst mal einen Kaffee und dann tief Luft holen. Hier ist das gängige Fortbewegungsmittel ein Fahrzeug, das als Basis ein Stück Fahrrad enthält mit Kabine vorne drauf. Der Fahrer sitzt hinter den Gästen und es wird mir ein Rätsel bleiben, wie der Radler da was sehen kann, aber soweit passierte nichts, nur war die Adresse falsch angegeben und der Fahrer wurde so wütend, dass er uns auf freier Strecke raussetzen wollte, wir aber einfach nicht ausstiegen und er endlich auf Gerhards Anweisungen hörte.
( Die Crux war einfach, das dass angegebene Geschäft nicht mehr existierte, es keine Hausnummer oder Namen gab und ein neues Schild für die Unterkunft noch nicht da war ...-G.) Dort war es sehr einsam, aber recht nett, eine unerwartet ordentliche Strasse und Anwesen, aber das Apartment entpuppte sich als kleineres Zimmer, das von 2 grossen Betten ausgefüllt war, aber nur noch ein kleines Gestell mit 4 Bügeln enthielt. Die sehr nette Besitzerin verwöhnte uns mit tollen Naturfruchtsäften. Aber alles konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es irre heiß war und auch 2 Ventilatoren kaum Abkühlung brachten, da die grossen Fenster nur Fliegengitter hatten und so die ganze Hitze ungefiltert rein liessen. Da das ganze recht neu ist erwarten die Besitzer eine gute Bewertung, das wird einen manchmal nahe gelegt, aber erklärt, warum manche Bewertungen oft so unkoordiniert ausfallen.

Wir hatten zum Glück nur 2 Nächte gebucht, da wir ja eigentlich auf die Insel Ometepe wollten, was durch Ostern ein no go war, so entschlossen wir uns, als erstes Granada zu erkunden. Also schlenderten wir den einen Tag durch den Rivas.
Rivas ist eine kleine Stadt mit ca. 30000 Einwohner, nahe der Grenze zu Costa Rica und zum Fährhafen in San Jorge zur Insel Ometepe. Damit auch Verkehrsknotenpunkt für Busse und Trucks in alle Richtungen.
Achtung- Gartenbesitzer: Die Formgebung vieler Bäume verdient auch einige Aufmerksamkeit!




Nach einem ersten abendlichen Begrüßungsdrink in Nicaragua ging es nach 2 Tagen mit Warten auf dem Bus dann weiter.


Ich wollte mich ja immer dagegen wehren von reingelegt zu sprechen, aber hier ist es wirklich System. Es fing ja schon in Costa Rica an, aber nicht ganz so extrem. Nicaragua hat die meisten und grössten Kathedralen, die meisten Kirchgänger und die holen sich wohl schon die Absolution bevor sie die Taten begehen und es ist wirklich so, dass sie das absolut als normal empfinden und es als eine Art Sport ansehen: geglückt und man freut sich.
Wir sind noch zögerlich zwischen Ärger, Bewunderung für die Ideen, die Skrupelosigkeit mit der vorgegangen wird, aber wenn es in Respektlosigkeit ausartet fällt es mir doch schwer es mit Humor zu nehmen, obwohl wir es doch nicht ändern können.
Ganz extrem wurde es jetzt an der Bushaltestelle, die selbst schon extrem war. Dorthin brachte uns der Sohn, der uns gleich darauf aufmerksam machte, dass der Bus in dem ganzen Gewühle der Verkehrsinsel mal rechts, mal links hält. Also aufpassen, vor allem auf das Gepäck. Dort hält alles: Stadtbusse, einfache Überlandbusse von der Stadt (gelbe amerikanische Schulbusse), eingesetzte priv. Busse und die guten Busse, wo du das Ticket vorher bezahlst, der Fahrer eigentlich eine Namensliste hat.
Der erste Bus der kam war ein gelber, dem konnten wir noch entkommen, der 2. war wieder ein gelber, aber da wurde sich sofort auf unser Gepäck gestürzt und nur unser hinterherrennen und Hilfe brachte uns unsere Koffer wieder. Jetzt kam einer von den Privaten, da gab es kein, nein,nein, nein als sie unser Gepäck ergriffen. Doch, wir sind die richtigen, wir sind von der Firma und wir fahren nach Granada. Es war nichts zu machen, so schnell konnten wir gar nicht gucken. Wir wurden in den vollbesetzten Bus rein gequetscht unser Gepäck war schon lange drin. Als das Fahrgeld kassiert wurde und Gerhard die Buchung vorlegte wurde erklärt, dass das nichts mit dem Bus zu tun hat, auch lange Diskussionen halfen nichts, obwohl er vor her der jenige war, der sagte das ist der richtige Bus und der Fahrer es auch bestätigte, aber er grinste nur. Aber das war nicht alles, auf halber Strecke hiess es dann: nach Granada hier Aussteigen der Bus fährt nicht nach Granada sondern nach Managua, der Hauptstadt. Wir waren auch nur 4 Deutsche, die da reingelegt wurden, kein Einheimischer. Aber die privaten Beförderungsmittel warteten schon und so nahmen wir eines der „schwarzen“ Taxis, denn Busse fuhren von dort nicht und auf TukTuk hatten wir keine Lust nach einer Stunde stehend oder besser gesagt eingequetscht, denn zum Umfallen war kein Platz.

Link zur nächsten Seite Nicaragua - Granada
Die eingefügten Reiserouten wurden mit Google-Maps erstellt.















