CAMBODIA – 2

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Hin und Her

Es gibt nur eine Möglichkeit: zurück nach Phnom Penh und von dort aus nach Battambang. Wir sausten auf der erst gestern am ersten Oktober 2022 eröffneten Autobahn, Geschenk in Freundschaft von den Chinesischen Geschäfsfreunden. Da sie auch noch ganz leer war, waren wir sehr schnell in Phnom Penh, wo wir nur eine Nacht in einem chinesischen Hotel in der Nähe der Busstation blieben.  Aber sogar mit Küche – oder so ähnlich…

Cambodia_Teil2

Battambang

Battambang wurde im 11. Jh. gegründet, aber die Franzosen hinterliessen einige sehr schöne Villen während ihrer Kolonialzeit zurück, wie in vielen anderen Orten auch, die man sich eher beklommen ansieht.

Wir wohnten im „Star Hotel“, was sicher seine Hoch-zeit hinter sich hatte.  Allerdings war der Hauch der „Kolonialzeit“ noch zu spüren.

Wir sind hier auf eine Tagestour mit einem Tuk Tuk gestossen, die uns auf Anhieb zusagte und wir waren angenehm überrascht.

Wir wurden um 8 Uhr von einem sehr netten Guide mit noch einem Pärchen aus Israel abgeholt, der uns vieles erklären konnte.  Wir kamen hier auf die Killing Fields, die ich in anderen Orten gemieden hatte. Es war so fürchterlich, was wir zu hören bekamen, dass ich heulen musste und ich auch immer dachte, warum ausgerechnet auch noch ein israelisches und ein deutsches Paar und ich schämte mich sehr. Aber zum Glück hatte es keine Auswirkungen und wir verstanden uns gut.

Nach den Franzosen wurde es auch nicht besser, dann kam der Sihanouk, der eigentlich mit einer wohl ganz guten Vorstellung anfing, nach verwandtschaftlichen Problemen aber leider mit den Roten Khmer, die langsam hoch kamen, sich einliess. Nach deren fürchterlichen Gräueltaten und mittendrin warfen die Amerikaner noch Tonnenweise Bomben über das Land, kein Mensch wusste warum, Frauen und Kinder, die in den Höhlen sich versteckten, kamen um, da die Bomben teilweise von oben in die Löcher geschmissen wurden. Wer gerade auf dem Land nicht viel von der Roten Khmer mitbekommen hatte, kriegte es jetzt ab. Kaum eine Familie, die nicht Getötete zu beklagen hat.   Das kriegerische Morden fand zeitweise auch unter Teilnahme von Thailand, Vietnam, China und den „Nachbarländern“  Russland und den USA statt.      

https://de.wikipedia.org/wiki/Kambodscha           

https://en.wikipedia.org/wiki/Cambodia

Wir besuchten auch eine Gedenkstätte in dem die Knochen der Menschen gesammelt wurden, die unweit bestialisch von den Roten Khmer ermordet wurden und dann in eine Höhle geworfen.

Dann ging es noch einen steilen Berg hoch und das bei sengender Hitze, nein, ich kann nicht wiederholen was da mit den Menschen gemacht wurde, ich dachte, ich muss k…….

Aber auch hier wird die schreckliche Vergangenheit nicht aufgearbeitet und auch in der Schule wird nicht ausreichend vermittelt was wirklich in ihrem Land vor sich ging.   Leider kennt man das ja.

Auf dem Rückweg gingen wir dann ins Bombenmuseum und ich war froh, dass wenigsten nur eine Art dieser fürchterlichen Bomben in Deutschland hergestellt war. Ich fühlte mich trotzdem fürchterlich.  Es ist so unglaublich, was Menschen sich einfallen lassen und damit noch Millionen verdienen und diese Menschen leben im Frieden und lassen sich trotzdem soviel Gräuel einfallen und haben scheinbar noch Freude daran, weil sie Unsummen daran verdienen und die Aktionäre noch dazu.

Das Museum unterstützt Menschen, vor allen Dingen Kinder, die heute noch von den Bomben, die ja teilweise wie Spielzeug aussehen, verletzt werden. Man nimmt an, dass noch tausende in der Erde liegen und jedes Jahr etwa 300 verletzt oder getötet werden. Der Gründer des Museums ist damals als 10 jähriger von den Roten Khmer zum Bomben legen ausgebildet worden und ist heute als Bombensucher und Entschärfer unterwegs. Die Bilder haben mich mal wieder sehr mitgenommen und der Junge Mann, der uns umher führte, hatte selbst ein Bein verloren durch eine Mine. Während des US-Bombardements in Cambodia sind mehr Bomben abgeworfen worden als im WWII von allen „Mitwirkenden“ zusammen……..

Wir haben dann noch einige Besichtigungen gemacht, lernten wie der Palmzucker gemacht wird und wie er schmeckt, ganz lecker und ist jedem Bonbon vorzuziehen. Besuchten einen Familienbetrieb und durften beim Reispapier herstellen zusehen und sehr leckere Frühlingsrollen, frisch und frittiert kosten und man war froh, nicht zu wissen, welche von dem Reispapier gemacht wurden, das vorher auf die schmutzige Erde gefallen waren.

StreetfoodDann kamen wir noch an gebratenen Ratten vorbei, aber keiner kam der Aufforderung des Guide nach, das mal zu probieren. In der Nähe von Bangkok gibt es eine Rattenzuchtfarm, die sogar von einem Deutschen betrieben wird. Egal, eine Weile hab` ich erst mal kein Streetfleisch gegessen. Auch, dass man kaum Vögel in Asien sieht ist gelöst: massenweise alle möglichen Vögel gebraten und gestapelt zum Verkauf.

Aber deutlich leckerer war das Probieren von süssem Sticky-rice (Klebereis), der in kurzen Bambusrohren am offenen Feuer gegart wird ein feines Dessert ist. 

Und auch die mühevolle Herstellung der Bananenchips in Handarbeit war beeindruckend.

Weiter ging es durch die Dörfer und überschwemmten Reisfelder, für die Kinder ein Badevergnügen, zu unserem nächsten Ziel – dem Bambootrain.

Wir sind noch 5 km durch die Reisfelder mit dem BambooTrain fahren. War schon eine Attraktion. Offiziell ist der „Train“

der die Dörfer verband, das Erntegut transportierte und auch Personen, wegen Gefährlichkeit vor Jahren schon eingestellt worden.  Es wurde uns freigestellt und wir machten mit. Die Einheimischen verdienen sich damit etwas Geld, der eine oder andere nutzt auch gleich die Gelegenheit für Besorgungen und für die Besucher ist es ein Spass.

Last but not least ging es noch zu einem Tempel auf dem Berg mit einer grandiosen Aussicht – auf die vom Starkregen überschwemmte Landschaft so weit man Blicken konnte.

Zum Abschluss bot sich uns noch ein besonderes Schauspiel.  Aus einer grossen Höhlenöffnung verliessen jeden Tag gegen 17.30 (im Sommer etwas später, eben Sommer und Winterzeit / wahrscheinlich gibt es dort drinnen eine riesige Höhlen-Uhr!!??? )  Tausende von Fledermäusen haben ihren dortigen Tagesaufenhalt und flogen in die Dämmerung zu nahe gelegenen Feldern zum fressen.  Der schier endlose Zug teilt sich etwas weiter auf, so dass es verschiedene Einzugsgebiete gab.  Nach einer guten halben Stunde fuhren wir zurück, es wurde schon dunkel, aber der Zug der Fledermäuse nahm noch kein Ende.  Morgens gegen 4 bis 5 kommen sie zurück, allerdings dann nicht in einer so konzertierten Formation.

Nach 4 Tagen ging es dann nach Siem Reap vorbei an Reisfeldern und Wasserbüffeln und vor allem „speziellen“ Transportern.  Er hat schon seinen Sarg auf dem Motorbike dabei – sicher gute Entscheidung bei den Fahrweisen.

Siem Reap

Hier landeten wir in einem Familien Hotel. Ein wunderschönes „altes“ Herrenhaus, mit sehr schweren Holzmöbeln aus Mahagoni. Dann stellte sich raus, dass der Vater erst vor 20 Jahren das Haus im französischen Kolonialstil hat bauen lassen. Inzwischen ist er gestorben und das Ganze lassen die 3 Söhne vor sich hin gammeln. Nur einer der 3 Söhne spricht Englisch, ist aber so gut wie nie da, obwohl die Rezeption 24 Std. besetzt sein sollte. Das angebliche Restaurant ist schon seit Jahren ausser Betrieb, ebenso die Bar. Das TV im Zimmer ist nicht in Betrieb, die Stadt soll die Kabel bei Bauarbeiten gekappt haben. Wir fanden dann aber die „Antenne“. Der Garten ist zugemüllt wurde aber auf Vordermann gebracht als wir das fotografierten.

Der Ventilator läuft nur auf Höchststufe und ist für die Zimmergrösse eh zu gross ( das Bad ist reingebaut und geht somit von der Zimmergrösse ab), aber wir durften uns eins von 2 Zimmern aussuchen. Zum Glück, denn eines hatte tatsächlich einige Regale, was ja in Asien nicht gerade üblich ist. Hier lernten wir, dass der eine Sohn lieber draussen schläft, entweder im Hoteleingang oder im Hof unter einem Moskitonetz.  Oder aber andere auch tagsüber wo es geht.

Die Mutter eine reizende ältere Dame spricht leider nur Französisch und schläft wie die meisten Cambodianer irgendwo im Durchgang, der Tagsüber wie sehr oft, Laden ist, Abends Wohnzimmer und wenn gross genug Nachts Garage fürs Auto oder Moped. Aber eigentlich spielt sich das ganze Familienbetrieb in diesen kleinen Durchgang ab samt Enkelkindern und Freunden. Ich sehe jetzt auch Armut mit ganz anderen Augen. Da haben die Leute ein super Haus, aber alles spielt sich vorne ab, „armselig“; „beengt“, sauber nach unseren begriffen ist gar nicht möglich.

Die Stadt hat schon ein wenig Flair, mit dem Kanal durch die Stadt, einigen Bauten im Kolonialstil und speziell für die Touristen – die Pubstreet. 

Angkor Wat

Wir buchten eine 2-Tägige Tour um zu besuchen was alle Besucher gemeinsam haben.  Angkor Wat!

Um 3:30 aufgestanden, um 4:30 abgeholt zum Sonnenaufgang nach Angkor Wat ——– und dann goss es in Strömen und das sagenhafte Schauspiel : Angkor Wat im Sonnenaufgang fiel Buchstäblich ins Wasser. Dann gab der Guide eine Stunde lang sein Wissen zum Besten, ich dachte, ich krieg ´nen Knall, konnte nicht still stehen, konnte mich nicht mehr konzentrieren und dachte nur: verdammt, ich will endlich in den Tempel rein.

Es waren wirklich zwei interessante und erlebnisreiche Tage.  Hier auch nur einige wenige Einblicke in die grandiosen Bauten.  Für mehr Einblicke und Informationen ist ein Video vom Besuch von Angkor Wat in Vorbereitung und steht so bald wie möglich zum Abruf bereit.  Die Information dazu folgt!

Butterfly Paradise

Heute unser letzter Tag in Cambodia. Gerhard machte den Vorschlag zu einer Schmetterlingsfarm, nach soviel Tempel Studium und sehr viel Wissensdurst stillen, nach soviel Dunkelheit aus der Cambodianischen Geschichte, mal was Fröhliches, auf ins Butterfly Paradise. Den Tuk Tuk haben wir über Grab, ist einfach praktischer, man muss nicht handeln und wir hatten das Glück, dass der Fahrer uns anbot uns auch wieder ab zu holen. Ich hätte gar nicht gewagt ihn zu fragen, der Weg dorthin war diesmal die grösste Katastrophe, ich dachte dauernd der Wagen kippt um, ich wollte schon aussteigen, aber der Weg stand auch noch unter Wasser. Aber dann kam das Paradies und es war einmalig schön. Ein wirkliches Paradies.

Von einem Englischen Missionar in 30 Jahren aufgebaut, aber nicht nur Schmetterlinge. Wir hatten das Glück die einzigen Besucher zu sein, so konnte Gerhard in Ruhe Bilder machen.

 

 

Hier auch auf Youtube:        https://youtu.be/ChFr5Cx01sI

Ich konnte mich lange mit dem Betreiber unterhalten, der eine ganz aussergewöhnliche Vita hatte und auch eine ganz aussergewöhnliche Persönlichkeit ist. Für die Anlage ist das natürlich schlimm, wie für viele, es dauert nach Covid, und da er sich auch sehr um Waisenkinder kümmert deren Eltern meistens an AIDs gestorben sind und auch anderen Benachteiligten Arbeit gibt, hat er auch in der Covidzeit alles offen gelassen. Er unterhält noch eine Schule und eine Kunstwerkstatt. Ein Mann, der seinen Weg gefunden hat nach der Bibel zu leben mit einer gradlinigen bewundertswerten Selbstverständlichkeit. Die ganze Anlage strahlt so einen Frieden aus. Ein Kino war auch da in dem die unglaublichsten Naturfilme gezeigt wurden. Leider haben wir den Fahrer zu früh bestellt und mussten uns dann noch ganz schön sputen.

Der nächste Tag war unser Rückreisetag nach Bangkok.  Wir bestellten für 7:30 das Frühstück, aber es tat sich nichts. Nach warten und suchen wurde uns dann mitgeteilt, dass die Frau, die dafür zuständig ist, erst ihren Sohn wegbringen muss. Was bitte schön ??? Wir fielen aus allen Wolken, wir müssen zum Buuusss…..

Irgendwie klappte dann doch noch alles, da wir schon Vorbereitungen getroffen hatten, das Frühstück mit zu nehmen und der dritte Sohn uns dann mit einem uralten Tuk Tuk hinfuhr, der da irgendwo in einer Ecke vor sich hin gammelte.  Und was machen wir? Irgendwie ist die Familie trotz allem liebenswert und auch wir werden die Unterkunft auch nicht so bewerten wie es wirklich ist. 

VIP-Bus-1

Diesmal haben wir uns einen VIP – Tourist Bus geleistet, nein ehrlich, es fuhr kein anderer, jedenfalls nicht tagsüber. Ich muss sagen , man kommt doch ausgeruhter an, aber trotzdem kann ich diese protzigen Touristen Busse nicht leiden, die sich kein Einheimischer leisten kann.

NEIN, nicht DER, der brachte uns nur zu dem Richtigen!

Mit dem Bus ging es dann über die Grenze Richtung Bangkok, wo wir dann übernachteten und am nächsten Morgen nach Hua Hin weiter fuhren.

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Die eingefügten Reiserouten wurden mit Google-Maps erstellt.

 

Ein Kommentar zu „CAMBODIA – 2

  1. Liebe Petra, lieber Gerhard, ich finde es spannend, euren Reiserouten zu folgen und es macht mir sehr viel Spass, eure ungebrochene Reiselust zu spüren. Vielleicht werden wir uns eines Tages auf einer Reise wiedersehen. Allerliebste Grüsse, Julia

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