Link zur vorherigen Seite Inland Marokko 

Marrakesch
Von Quarzazate ging es dann westlich nach Marrakesch. Die Adresse hatten wir uns von Agnes geben lassen, es ist immer angenehm, wenn man nicht selbst lange suchen muss. Wir sind gerade angekommen: Parterre, total dunkel, ohne Terrasse, ohne Balkon. Die plüschige Einrichtung gab uns das Gefühl in einem Theaterstück des Barock gelandet zu sein.
Die vielen rüschigen Vorhänge und Kronleuchter taten ihr übriges. Nach unserem lichtdurchfluteten Leben ein totaler Schock. Abends hellte es sich dann auf, als der Kronleuchter seine 18 Lichter erstrahlen ließ, da fehlten nur noch die Kronen auf unseren Häuptern.
Nach einem Spaziergang und Sonnenschein hat uns die grosse Anlage dann doch noch für sich eingenommen und nachdem wir die Poolanlage mit 3 grossen Schwimmbecken entdeckt haben, dazu noch super sauber, waren wir begeistert. Zu der Anlage gehörten auch einige Geschäfte und Restaurants, da wir aber auch eine Küche dabei hatten, obwohl das wohl eher eine Gesinde Küche war, erübrigte sich das.
Gerhard ging dann das Auto umtauschen und nach einigen Diskussionen klappte auch das. Jetzt war es wenigstens ein akzeptabler PKW (Citroen C-Elysee), wenn auch nicht mein gewünschter FIAT.
Auf Grund der zeitaufwändigen Umtauschaktion mit dem Auto und dem unglaublichen und zähen Verkehr in der Stadt haben wir uns einige der sicher bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten ausgespart. Bei der Suche nach einer für Petra wichtigen Adresse gingen wir auch an dem historischen Djemaa el Fna, dem mittelalterlichen Markt- und Henkersplatz vorbei, der sich allerdings erst am Nachmittag/Abend mit Leben füllt. Wir besuchten in der Medina die ehemalige Koranschule Medersa Ben Youssef aus dem 14. Jahrhundert. Der Lehrbetrieb wurde erst 1960 eingestellt und nach Restaurierung als Museum geöffnet. Im Innenhof fand der Unterricht statt und in den kleinen Kammern wohnten die Schüler. Beeindruckend die reich verzierten Wände aus Stuck und die filigranen Holzverzierungen.
In der Nacht des 09. September 2023 gab es gegen 05.00 Uhr Ortszeit ein schweres Erdbeben in Marokko. Die meisten Schäden gab es in der Region des Hohen Atlas und auch in den umliegenden Ortschaften und Städten. So war in Marrakesch das Museum für marokkanische Kunst wegen Reparaturarbeiten, an den durch das Erdbeben verursachten Schäden noch geschlossen. Marakesch wurde im 11. Jahrhundert gegründet und auf Grund der schnell wachsenden Stadt wurde im 12. Jahrhundert mit dem Bau einer Brunnenanlage begonnen, die unter dem heutigen Bodenniveau liegt. Die sogenannte Koubbah liegt direkt neben der Koranschule und dem heutigen Museum. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie des öfteren Restauriert und im 19. Jahrhundert einfach vergessen und erst 1948 unter Schuttbergen wiederentdeckt. Heute finden dort noch Ausgrabungen statt und als Wahrzeichen steht auch noch der 12m hohe Ziegelsteinbau. Es gibt dort eine gut erhaltene Kuppel. Manchmal scheint es von Vorteil zu sein, wenn der Mensch einiges vergisst und dadurch die Zerstörungswut gebremst wird. …-G.)
Hoher Atlas Tizn N´test
Nach 4 Tagen ging es dann weiter über den höchsten Pass in 2100 m Höhe im Hohen Atlas nach Agadir. Der Bau dauerte 6 Jahre, von 1926 bis 1932. Der Hohe Atlas ist bis zu 4167 m hoch und trennt den relativ feuchten Norden von der extrem trockenen Sahara, womit nicht nur die goldgelben Sanddünen, wie Klein Lieschen ( auch ich ) sich das vorstellte, gemeint sind, die nur einen kleinen Teil der Sahara ausmachen, sondern auch die bizarren Geröllwüsten, die den grösseren Teil ausmachen. Wir ruckelten km-weit durch das Gebirge, es ging abwechselnd steil runter, um sich dann wieder mit vielen Windungen bis auf 3000m hoch zu quälen. Und gerade hier sind die Strassen in einem ungewohnt schlechten Zustand, was wohl an der Enge, dem Steinschlag (besser gesagt Felsschlag) und dem relativ grösseren Verkehrsaufkommen liegt. Die grössten Schäden hatte allerdings das Erdbeben im September 2023 hinterlassen und die ganze Strasse war unpassierbar. Jetzt wird hier repariert und instant gesetzt. Es ist unglaublich den Arbeitern hier zu zusehen, das sind die reinsten Akrobaten, teilweise müssen sie Felswände erklimmen, da ist Reinhold Messmer nichts dagegen, o.k. hier ist (nun gerade mal) kein Schnee. Ab und zu finden die Lastwagen dann eine Lücke, um die Autofahrer (freundlich) vorbei zu
lassen. Die zerbeulten Seitenabsperrungen, die schon einiges aushalten, aber manchmal ist eben doch der Steinschlag zu gewaltig, werden auch gerade erneuert. Und ich wieder, am Rande des Abgrunds, bekam es aber fertig ab und zu durch zu atmen und die Augen zu öffnen und die Grandiosität der Natur in mich auf zu nehmen. Durch die schlechten „Strassen“ und den vielen Bauarbeiten nahm unser Weg mehr Zeit in Anspruch, wie gedacht. Die Sicht wurde grauer, es fing an zu nieseln, Nebel kam auf, die Wolken hüllten uns immer mehr ein, es war schon etwas gespenstig. Man kann das gesehene nicht wirklich in Worte fassen und auch die Bilder geben es nicht wieder. Wir haben es trotzdem gewagt und versuchen mit den Bildern einfach einen kleinen Eindruck zu geben. …-G.)
Gerade als es dann schon heftiger anfing zu regnen, liessen uns die Wolken durch und wir erblickten die Unterkunft, der Inhaber hielt schon etwas nervös Ausschau nach uns. Inzwischen waren hier oben ca, 5°, wir mussten dann noch ein Stück weiter hoch zu unserem Schlafgemach. Unten im Restaurant erwartete uns aber ein kuscheliger Kamin und ein gutes Abendessen. In unserem Schlafgemach gab es zum Glück einen Gasofen und wunderbare dicke Decken, so dass wir mit unseren Sommersachen gut durch die Nacht kamen. Man kann es kaum glauben, aber am Morgen bekamen wir das beste Frühstück unserer ganzen Marokkoreise, ein ganz echtes Berber-Frühstück.
Der nächste Morgen begrüsste uns mit strahlendem Sonnenschein und die Täler tauchten vorsichtig, tief in den Wolken versunken auf. Die Fahrt hinunter nach Agadir war wieder begleitet von Ahhs und Ohhs und die Landschaft wechselte zu immer mehr grün, bis am Ende das Türkisblaue Meer auftauchte.
Agadir
Dort blieben wir 4 Tage. Erst mal ein nettes kleines Küstenstädtchen mit der sehr typischen aber auch schönen Strandpromenade und einem schönen sehr breiten Strand.
Auch die Weltweit überall verbreiteten Fastfood Ketten sind hier für die Urlauber vorhanden. Sooo lernt man am besten die einheimische Esskultur kennen! Wir hatten unsere Unterkunft in einem kleinen marokkanischen Hotel. …-G.)
Und in Agadir fing es an ungemütlich zu werden, die Versuche, mit allen möglichen Tricks an Geld zu kommen oder Versuche Angst einzujagen, wenn du irgendwas nicht bezahlst. Das Auto abstellen, eine Plastikflasche unter das Auto klemmen. Gerhard lässt den Motor an, da kriecht einer unter das Auto, kommt mit einer Plastikflasche raus und erklärt dir dann, dass du zu bezahlen hast für seine Hilfe, die von ihm daruntergelegte Flasche wieder zu entfernen. Du wirst als Ausländer rausgesucht unter den Leuten und dir wird erklärt, dass du etwas zu geben hast. Die Kinder geben nicht auf, um Geld zu nerven und machen sich einen Spass daraus. Vor allen Dingen, darf man gar nicht erst freundlich sein, dann ist es ganz aus. Da wäre es sehr hilfreich gut Französisch zu können. Es zog sich eigentlich an der Küste hin bis Tanger. Und dann geht es möglichst um €. Wird dir der Preis in Euro angesagt weiss man ja schon, da stimmt was nicht, wenn du noch nach Dirham fragst, wird dir nicht sofort geantwortet, sondern erstmal umgerechnet. Aber gut, es gibt auch andere. Ein Guide gab uns eine Antwort auf marokkanisch (und das war unser Problem..), die wirkte sofort, nur haben wir uns leider das nicht gemerkt (weil eben marokkanisch), wir ahnten ja nicht, was da so nervend auf uns zukommt.
Übrigens fühlt sich ein Teil der Marokkaner, besonders Nord- Nordwestlich, nicht zu Afrika zugehörig. Nein, Afrika – das sind nur die Schwarzafrikaner – wir doch nicht.
Gerhard entschied sich, nachdem die Kamele wieder die Weiterfahrt erlaubten, einen Ausflug zu dem Souss Massa – Nationalpark zu machen. Den Park kann man zu Fuss (allein oder mit Guide) besuchen, oder von einer anderen Stelle mit dem Auto, allerdings nur mit Guide. Gut zu Fuss entschied ich mich für die Wanderung. Aber auch mit Guide wäre sicher nicht mehr zu sehen gewesen. Ich hatte aber das Glück den gefährdeten Ibis, den Waldrapp, noch am Meer zu entdecken.
Während der Fahrt erstreckten sich kleine Kakteensträucher bis zum Horizont. Wohl auf Grund der Hitze liessen sich Gämsen oder andere dort lebende Tiere bei mir nicht sehen.
Nach 4 Tagen fuhren wir weiter an der Küste entlang Richtung Casablanca. …-G.)










































































