Die Südinsel – unser Weg
Hier könnt Ihr unseren Weg auf der Südinsel verfolgen
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Milford Sound
Endlich im Fjordland angekommen. In Christchurch hatte uns in der Touristen Info eine ungewohnt nette Angestellte einen Plan ausgearbeitet und die besonderen Orte gekennzeichnet. Das ist uns eine grosse Hilfe und spart Zeit. Und dazu gehört auch eine Schiffstour durch einen Fjord. In Te Anau eine Schiffstour gebucht auf Empfehlung in einer kleinen Agentur bei einer lieben netten jungen Dame, die mit soviel Hingabe alles erklärte ohne aufdringlich zu sein. So wünscht man sich das. Sie empfahl uns auch noch einige Sehenswürdigkeiten von den vielen, die es auf den Weg dorthin gibt.
Da wir einen netten Übernachtungsplatz gefunden hatten, der allerdings ziehmlich weit vom Milford Sound entfernt war haben wir einen weiteren Weg vor uns. Dafür hatten wir en schönen Fluss und vor allem diese interessante Hängebrücke entdeckt. Gebaut 1898/99 hat sie eine Spannweite von 111m. Für den Autoverkehr inzwischen gesperrt, aber frei für Fussgänger und Radfahrer. -G.)
Wieder früh aufgestanden, 4 Stunden Fahrt mit dem Camper und dann diese unglaubliche Schiffstour. Aber schon der Weg dorthin war unglaublich beeindruckend, wie Petra zum Glück festhalten konnte während ich auf die Strasse starrte. -G.)
Wir hatten die Ecotour und es wurde viel Wissenswertes vermittelt.
Der Milford Sound ist ein Einschnitt von 16 km Länge und 3 km an der breitesten Stelle. An der tiefsten Stelle 300m tief. Er wurde vor mehr als 20 Tausend Jahren von Gletschern aus den umliegenden Felsen ausgehölt. Nach abschmelzen der Gletscher füllte er sich mit Wasser. Entdeckt wurde der Milford Sound (als erster Name „Milford Haven“ ) 1823 von walisischen Robbenjägern, nachdem unter anderem auch James Cock an der Einfahrt vorbei fuhr. Interessanterweise gibt es ein Frischwasserbecken im Fjord, in dem an der Oberfläche und einige Meter tief Frischwasser (Süsswasser) von den umliegenden Wasserfällen vorhanden ist. Tiefer ist es dann Salzwasser vom Meer. Die höchste Bergspitze am Fjord ist der Mitre Peak mit 1692 Metern. Der Milford Sound gehört mit durchschnittlich 182 Regentagen im Jahr zu einem der feuchtesten Gegend in der Welt. Der Eingang des Fjord liegt auf einer der aktivsten Verwerfungszonnen der Erde. Die australische Platte gleitet seitwärts dort entlang und wird jährlich um ca. 36mm unter das Fjordland geschoben, so dass Plattengestein die Berge hinaufgedrückt wird – die Berge wachsen. -G.)
Wir hatten das Glück Delphine und Neuseeländische Seebären zu Gesicht zu bekommen. Wegen letzterem wurde die Fahrt von 1 ¾ Std. auf 2 ¼ Std. verlängert, damit wir die Tiere betrachten konnten ohne dass sie gestört wurden. Wusste gar nicht, dass es auch noch Seebären ( nicht mit den Bärtigen von der „Nordseeküste… zu verwechseln -G. ) gibt, übrigens auch noch Seeelefanten. Wir hatten ja mal wieder unglaubliches Glück mit den Wetter die Sonne begleitete uns die ganze Zeit.
Lake Marian
Dann haben wir in dem einzigen ( sonst würde wahrscheinlich keiner hingehen ) RV Park in der Nähe eingecheckt
( Hier war uns die Farbe ausgegangen, aber schwarz/weiss entspricht auch mehr der Wirklichkeit an diesem Ort… -G. )
da wir am nächsten Morgen eine Wanderung ( dachten wir ) machen wollten zu einem Wasserfall und einem See. Kein Mensch hat die Tour in 3 Stunden geschafft, wie angegeben, und ich habe nach 1 ½ Stunden aufgegeben als ich merkte, dass meine Aufmerksamkeit nach lässt. Gerhard kletterte weiter wie ein junges Reh. Der Weg war ein Flussbett, nur Steine, nur Berg hoch und immer steiler. Dann regnete es noch die ganze Zeit, na was denn sonst, es ging schliesslich durch den Regenwald. Die Steine waren glitschig und ab und zu Lehmboden, auf dem bin ich dann ausgerutscht als ich unter einem Felsen gebückt über einen kleinen Hügel hindurch wollte. Da lag ich bäuchlings mit den Armen und den Beinen in der Luft ( So muss sich der Campervan gefühlt haben als er Bäuchlings festhing ) über mir der Fels. Obwohl das rechte Knie wieder mal alles abhalten musste bin ich erst mal noch weiter. Gerhard erzählte später von da an wurde es so steil, dass man sich hochziehen musste.
Der Abstieg war dann noch mal sehr spannend, Berg hoch fallen, da kommt man nicht weit , aber Berg runter kann ganz schön lang werden. Zum Glück kamen mir kaum Leute entgegen, manchmal war es fast unheimlich einsam, aber ich konnte absteigen wie ich wollte, wenn es sein musste auf dem Hosenboden ohne Haltung bewahren zu müssen ( da sind die Alten nämlich viel schlechter dran wie die Jungen – DIE dürfen alles ).
Gerhard kam dann doch fix und alle, aber stolz ( hatte er auch allen Grund ) nach 4 Stunden zurück. Der Bergsee war aber auch ohne Sonnenschein wirklich ein lohnendes Ziel und Erlebnis – und jetzt mal ein Selfie wert. -G.)
Das Reinigen der Schuhe nahm dann auch noch mal einige Zeit in Anspruch.
Wir wollen jetzt zügiger voran, so ging es durch und über die Berge, an Schafen, Rindern vorbei und je weiter man kommt je mehr Rotwildzüchter gibt es.
Um Queenstown herum befindet ein bekanntes Weinbaugebiet, das einen der besten Pinot Noir herstellt. Wir fahren wieder durch unglaubliche Berglandschaften, vorbei an sagenhaften Seen in sämtlichen Blautönen, die es gibt. NZ ist durchzogen von Flüssen und Seen, man möchte nur ständig auf den Auslöser drücken. Wasser, Wasser, Wasser leuchtend wie Aquamarin am Morgen, Türkis am Mittag und Saphirblau am Abend. Und erst das Wasser, das von den Gletschern kommt……
Nach Rindern Schafen und auch Schweinen
sind´s die Reh – es ist zum weinen.
Sie steh’n jetzt hier in grossen Herden
damit sie Sonntagsbraten werden.
Arrowtown
Wir fahren den Alpin Highway bis Haast, machen einen Zwischenstopp in Arrowtown, einem netten kleinen Städtchen, das einer Filmkulisse entsprungen sein könnte. Gegründet in den 1860er Jahren zur Zeit der Goldfunde am Arrow River – und der Einfluss der ersten Siedler und der chinesischen Minenarbeiter ist noch heute zu spüren und macht den Charme dieses Ortes aus .Viele Häuschen sind noch aus den Jahren um 1870.
Franz Josef Glacier
In Haast kamen wir wieder an die Küste und der Gegensatz auf diesem tollen Highway eingebettet zwischen Ozean und Regenwald, hohe Berge hinauf schlängelnd und dann wieder hinab, entfernt er sich vom Ozean wird er garantiert von einem See oder Fluss begleitet. Wir sind in NZ über unmengen von Brücken gefahren, die meisten 100 bis 150 Jahre alt. Am Anfang habe ich öfter ein Stossgebet abgeschickt : bitte erst zusammen brechen bis wir drüber sind; langsam wurde dann mein Vertrauen doch Stärker. Heute sind die Strassen ja viel breiter wie damals und um die Brücken zu erhalten gibt es ein Vorfahrt System: ein Verkehrsschild gibt an, welche Seite auf der jeweiligen Brücke Vorfahrt hat.
Weiter auf den Glacier Highway.
Wir sind zum Franz Josef Gletscher gelaufen, immer durch das Steiniges Flussbett, das der Gletscher vor vielen Jahren geformt hat, als er noch bis in die Ebene reichte. Man durfte ihn dann aus der Ferne betrachten, aber auch das war schon ein Erlebnis.
Der grosse Vorteil gegenüber eines Hubschrauberflugs – man hat Zeit zu verweilen und schauen – und muss den Schrauber nicht für die 10-15 min „kaufen“. Wobei natürlich der Überblick von oben auch etwas für sich hat.
Doch man kann sich diese unglaublichen Steinformationen nicht anschauen. -G.)
Weiter ging es den Alpin Highway Richtung Greymouth das wir nur grau, regnerisch und eiskalt als Endpunkt der TransAlpin Railway kannten.
Pancake Rocks
Dann kamen die Pancakes Rocks….. Sollen wir? Wir kennen doch schon alles….Langsam werden wir auch etwas Sightseeing müde, wir sind so vollgestopft…… Aber naja, ist ja wenigstens nicht weit zu laufen. Und dann das Unglaubliche, wo die Geologen noch nicht genau wissen, wie diese Schichten zu Stande kamen. Die Formationen sind aus dem Meer gehoben worden durch die Bewegung zweier Erdplatten. Hä ? Aber so ungefähr soll es gewesen sein vor Millionen von Jahren. Also unter Wasser sind sie auf jeden Fall entstanden, wie auch alle anderen Formationen die wir gesehen haben, mal stand das Wasser viel, viel höher, mal war es das Eis oder Gletscherwasser, mal sind die Berge oder Felsen eben aus dem Wasser gehoben worden oder aus Sand, das durch Wasserdruck zu Steinen geformt wurde. Mal stehen sie senkrecht, mal waagerecht, mal schräg, je nachdem wie die Erde mitgespielt hat kippten sie ab und wenn die Erdschichten Senkrecht stehen macht das schon einen ganz erstaunlichen Eindruck.
Westport
Einen Tag vor Silvester waren wir endlich in Westport auf einem schönen Platz in der Nähe vom Meer. Zum Glück waren wir recht zeitig da, es kamen noch viele, die keinen Platz bekamen. Die Gastfreundschaft in diesem Ort tat gut. Erst wurde jeder zum Silvesterfeuer am Strand eingeladen, dann kam eine von der Stadt, die sich bei jedem erkundigte ob alles o. k. Ist und man sich wohl fühlt.
Nach dem wir uns lecker Essen gegönnt haben gingen wir zum Strand. Der Strand ist voll von angeschwemmten Holz, das ein Fluss der hier in der Nähe ins Meer fliesst mit reisst. Das Holz wird aufgestapelt wie ein Wigwam, und obwohl Feuerbestimmungen eingehalten worden sind griff das Feuer durch den starken Wind, der fast immer in NZ weht, auf das andere Holz über und da alle das so schön fanden liess man es brennen. Es war tolle Stimmung und man kam mit einigen ins Gespräch. Am nächsten Morgen kam dann doch noch die Feuerwehr, die den recht grossen Schwelbrand noch löschte.
Hier haben wir zum ersten Mal Weka erlebt, Vögel so gross wie Hühner und auch flugunfähig wie die Kiwis und super frech. Sie sind absolut nicht scheu, wie die Kiwis, und an Silvester verschleppten sie mir 2 Schuhe, die ich mit Mühe wieder fand und nur mit langem Stock unter dem Auto hervor holen konnte. Erst dachten wir da hat sich jemand einen Silvesterscherz erlaubt als wir von einem Spaziergang zurück kamen und je ein Schuh fehlte bis wir die vielen Abdrücke im Sand entdeckten. Am nächsten Tag haben sie dann noch zwei unserer Kräutertöpfe unter dem Camper versteckt.
Am Nachmittag kam uns dann noch ein Einheimischer mit einem alten Fotoalbum besuchen, der uns die Geschichte der Stadt nahe brachte und selbst auch ein bewegtes Leben mit seinen 93 Jahren hinter sich hatte. Es war sehr unterhaltsam und interessant und er macht dass, um mit neuen Menschen in Kontakt zu kommen – toll. Wir hatten viel Spass.
Der 2.1. nennt sich Day after New Years Day (stimmt ja auch -G.) und ist auch noch ein Feiertag. Weihnachten, das wochenlang grosses Thema ist, ist mit einem Weihnachtstag vollständig abgeschlossen, wenn alle ihre Geschenke haben.
Fähre nach Wellington (Nordinsel)
Am 2.Januar ging es dann endlich Richtung Picton. Von Havelock aus konnten wir uns einen Abstecher in die sagenhafte Fjordlandschaft nicht verkneifen, obwohl die Zeit zur Fähre schon recht knapp war und der ganze Weg wieder zurück gefahren werden musste. Schaffen wir doch, war Mann überzeugt, Frau nicht, da wie fast alle Strassen in NZ durch die Unmengen an Kurven auf sehr schmalen Strassen, geologisch bestimmt, alles etwas länger dauert. Zum Glück (?) waren alle RV Plätze auf dieser interessanten Strecke voll und so kehrten wir noch am Abend um und mussten wegen der einbrechenden Dunkelheit, auf dieser Strecke ist es fast unmöglich dann noch zu fahren, (die Strasse wird dann auch gegen 21 Uhr für die Einfahrt gesperrt! -G.) einfach an der einzigen Stelle auf der ganzen Strecke wo es etwas breiter war, nächtigen. Aber da dann wie gesagt sowieso kein Auto mehr fährt waren wir sehr ungestört. Und so schafften wir es am nächsten Morgen über den Victoria Highway doch noch rechtzeitig
auf dem einzigen RV-Platz in der Nähe der Fähre noch einen Platz zu ergattern. Die Fähre verliess Picton um 9:00 Uhr am anderen Morgen und wir schafften es stolz um 7:35 dort zu sein und uns in die schon wartende Autoschlange ein zu ordnen.
Die Fähren fahren 4x am Tag/Nacht die 96 km Strecke von Picton (Südinsel) nach Wellington (Nordinsel). Die Überfahrt dauert je nach Wetterlage ca. 3,5 Std. „Unser“ Schiff wurde 1998 in Spanien gebaut und fuhr unter britischer Flagge. 180m lang, 25m breit, 6,5m Tiefgang und einem Gesamtgewicht von ca. 7360 Tonnen. Platz für 550 Passagiere. An Bord gibt es ein Restaurant, einen kleinen Shop, eine Bar und zwei grössere Sitzbereiche. Insgesamt weiträumig und sehr bequem. Das Schaukeln gibt es je nach Seegang umsonst dazu. Das tat es dann auch auf dem offenen Meer recht ordentlich und brachte viele Passagiere um ihr Frühstück. Wir haben das zum Glück ohne Schaden gut überstanden. -G.)
Die Überfahrt war bei strahlenden Sonnenschein schon am frühen Morgen ( und das seit Wochen das erste Mal ), keine Wolken, kein Nebel, toll und die 3 ½ Stunden vergingen wie im Flug.
Dann erreichten wir wohlbehalten Wellington und setzen unsere Reise mit grossen Erwartungen hier fort.
Ein wahnsinnig schöner Reisebericht, unglaublich schöne Fotos, man mag gar nicht glauben, dass es so Schönes auf der Erde gibt. Wie findet ihr nur immer diese schön en Stellen oder gibt es diese an jeder Ecke. Solche Steinfor.ationen habe ich noch nie gesehen.
Inzwischen schicke ich eure Reiseberichte an Freunde zur Teilhabe weiter.
Weiter so….
Und Dank für das Vergnügen des Lesens dürfen. Alles Liebe
Regina
Respekt …… sensationelle Landschaften, sowie Eindrücke von Menschen, welche ihr auch kennenlernen durften :-<). Liebe ex-Nachbarn, viele gesunde und spannende Jahre weiterhin auf Eurer Weltheimatreise.
Herzliche Grüße Ingrid & Jörg
Hallo ihr Zwei bin begeistert von euren Reiseberichten. Vor allem da ich vor ca. 30 Jahren ebenfalls beide Inseln besucht habe und immer noch ins Schwärmen komme. Alles gute für die weitere Reise. Ulla Rogoll