Die Südinsel – unser Weg
Wie auch schon für Australien könnt ihr hier unseren Weg auf der Südinsel verfolgen:
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Auf dem Weg an die Ostküste landeten wir noch zufällig bei den Clay Cliffs. Wir mussten um dahin zu kommen ein privates Grundstück überqueren für $ 5. Wir sagten erst mal gucken was das überhaupt ist. Es war mal wieder so überwältigend, dass wir gerne das Wegegeld bezahlen wollten aber die Büchse war schon so voll, dass das Geld immer wieder raus kam und nur mit viel Fingerspitzengefühl obendrauf liegen blieb, da dachte ich besser ich nehm es wieder bevor es jemand anderes tut.
Diese Gesteinsformation wurde vor tausenden Jahren vom Wasser ausgewaschen, was damals die Ebene füllte in dem heute nur noch etwas Wasser plätschert. Es ist verrückt was sich alles in Jahrtausenden verändert hat. Aber kein Problem, die Menschheit bekommt wirklich katastrophale Veränderungen in gut 2 Jahrhunderten hin. -G.)
Dann auf den Weg nach Oamaru machte unser Campervan noch eine Bauchlandug. Für eine Bodenwelle zu hoch und als Hügel zu flach , lag er auf den Bauch, die Vorderfüsse ( Räder ) arbeiteten wie verrückt, wühlten aber nur die Erde auf. Nichts ging mehr. Verzweifelt versuchte er mit den Vorderrädern „Fuss“ zu fassen, die Hinterräder hingen in der Luft. Gerhard fluchte ( ja, manchmal kann er das auch ). Und schon war ein Engel zur Stelle. ( Nickend und grinsend „das passiert hier öfter“… -G. ) Gemeinsam versuchten wir mit aller Kraft ( ja, auch Frau hat die ) aber nichts rührte sich. Mit einem beruhigenden „ das kriegen wir schon“ kam er mit einem 4W und Schnur und in Sekunden und erlösenden Aufatmen unsererseits hatte der Camper wieder festen Boden unter den 4 Rädern und das Seil riss auch erst im letzten Moment.
Näher um den Mt. Cook herum wird die Ebene, die durch Gletscherseen vor Jahrmillionen entstanden entstanden ist, von vielen Wasseradern auf gerölligenm Grund durchzogen.
Auf dem Weg an tollen Seen und Gesteinsgebilden vorbei und an zwei Staudämmen die versuchen das „zuviel“ Wasser in den Seen etwas zu verteilen. -G.)
Oamaru
Bei kräftigen Wolken und kühlem Wind erreichen wir Oamaru an der Ostküste. Die Stadt hat eine grandiose Entwicklung hinter sich, was man deutlich an den pompösen Bauten sehen kann. Der Ort wurde 1853 gegründet und 1859 zur Stadt erklärt. Oamaru entwickelte sich zu einem bedeutenden Fischereihafen und als Verkehrszentrum für die Landwirtschaft im Hinterland. Die Anbindung der Eisenbahn erleichterte den Transport der Waren. Durch die Entwicklung der Gefrierfleischindustrie für Europa nahm die Stadt grossen Aufschwung. Die Bauten wurden aus dem im Hinterland vorhandenen Kalksandstein errichtet. Dadurch bekam die Stadt auch den Namen „White-City“. Durch reichliche Unterstützung des bewölkten Himmels neigen die Bauten auf den Bildern jedoch eher zu grau. Dennoch hat die Stadt ein besonderen Flair und es gibt noch viele Hinweise auf die „besseren“ Zeiten der Stadt. -G.)
Am Ende der Stadt befindet sich dann die Stelle, wo die blauen Pinguine in der Abenddämmerung aus dem Meer steigen bzw. watscheln und zwar nach einem anstrengenden langen Tag, der bei Morgengrauen beginnt. Es sind die kleinsten Pinguine um die viel Wesen gemacht wird , aber eigendlich sehen sie eher wie hungernde Hühner aus. Na ja es war schon ziemlich dunkel. Sie machten uns aber die Freude direkt über unseren Weg zu laufen und das war schon ein Novum.
Gerhard hatte das Glück 2 jungen Lehrerinnen, die wir in Bali kennengelernt hatten, in Oamaru über den Weg zu laufen. Sie haben die Inseln in entgegengesetzter Richtung umrundet und hatten auf der Südinsel nur Regen. Was hatten wir da für ein Glück. Aber mit vielen Tipps, kam er dann zurück, leider konnten wir uns nicht treffen, da sie schon auf den Weg waren und wir auch. Aber so war das dann doch ein toller netter Zufall.
Immer wenn man denkt jetzt hat man alles gesehen, Stein-, Fels- und Bergformationen kommt wieder was anderes und wir können nur staunen. Wir kamen zu den Boulders auf dem Weg nach Dunedin. Etwas skeptisch latschten wir zum Strand und dann das…..
Diese kugelrunden gewaltigen Felsen sind offenbar durch herunterrollen über flüssiges Gestein entstanden – ähnlich wie ein herunterrollender Schneeball. Die auseinander gebrochenen offenbaren im Innersten völlig andere Gesteinsstruktur.
So – und hier ist dann wohl jedem klar woher der Fussball kam… -G.)
Machten uns noch auf zu einem Gorge, verpassten den aber, weil wir von dem Weg dort hin durch die unglaubliche Landschaft so hingerissen waren.
Dunedin
Dann endlich in Dunedin.
Hier fing es an zu regnen und hörte gar nicht mehr auf. Nur Nachmittags kam kurz die Sonne raus, Mann machte sich sofort auf, um Fotos zu schiessen, Frau nutzte die Gelegenheit zur Weiterbildung: Dunedin wurde 1838 gegründet und kam durch den Goldboom zu grossem Reichtum. Erst kamen fast gleichzeitig Europäer und Chinesen. Den Prachtbauten aus dieser Zeit sieht man diesen Reichtum heute noch an und vor allen Dingen auch den Banken, die immer sehr schnell zur Stelle waren.
Ein besonderes Highlight ist der im flämischen Stil erbaute Bahnhof von Dunedin, der 1906 in Betrieb genommen wurde. Ein pompöser Bau, der von der damaligen Bedeutung der Stadt zeugt. Heute verkehren hier leider nur noch 2 Touristenzüge täglich ein paar mal und wie noch fast überall Güterzüge. …und für ein begehrtes Fotoobjekt wird keine Mühe gespart -G.)
Anfang des 19. Jhd. zeigte sich, dass viele auf der Strecke geblieben sind, die Obdachlosigkeit wurde grösser und auch der Alkoholismus. Die verschiedenen Kirchen taten sich zusammen um diesen Menschen zu helfen und die Prohibition voran zu treiben, nur die Katholische Kirche weigerte sich, da die meisten Mitglieder Iren waren, die in grossen Mengen den Whiskey herstellten, dem auch der kath. Bischof sehr zugetan war. Sie fanden bei ihm ein 100 l Fass. Ausgestellt in dem Museum. Aber vielleicht war ja auch kein Wein mehr für die Messe zu bekommen ???
Wir fuhren weiter zur Otago Peninsula, dort sollte es wieder die kleinen Pinguine, Seelöwen und au ch Albatrosse zu sehen geben. Man ist von allen Seiten von Bergen umgeben, aber die Strasse findet ihren Weg bis sich die Berge zum Meer hin öffnen und den Blick auf Otago frei geben mit einer herrlichen Halbinsel die sichelförmig das Meer umschliesst als wäre es ein See.
Auf der Steilküste fegt der Wind derartig, das wir glauben er hat die Albatrosse fort geblasen. Die Pinguine erscheinen gegen kräftigen Geldeinwurf sowieso erst in der Dämmerung und rennen dann eilig in ihre Nester. Fotografieren ist nicht erlaubt (Okay, es gibt wohl genug Leute, die nicht wissen wie der Blitz abgeschaltet werden kann und das Blitzlicht-Gewitter erfreut eben nur STARS). Einige Seelöwen lagen im Sand. Als „einzige“ gab es eine grosse Kolonie Seagulls (Seemöwen), die dort brütete und beim Versuch gegen den Wind anzufliegen immer wieder die Richtung änderten. Aber putzig die Möwenküken zu beobachten, die zusehen müssen vom Wind nicht die Klippen hinunter gepustet zu werden. -G.)
Und jetzt ist der Regen hier angekommen, Hilfe. 2 Tage und 2 Nächte strömender Regen und kalt, kalt, kalt. 11°, wir hatten es ja schon bedeutend kälter in Australien. Es war dort nicht so unangenehm, es war trocken. Und der Regen hält an. Die Feuchtigkeit kriecht überall hin. Alles ist feucht. Jetzt halten die Fenster auch nicht mehr dicht, die Feuchtigkeit läuft von den Fenstern und die Betten sind rundum nasssss. Wir fahren früh los um den Wagen auf zu heizen, hilft nicht viel. Wir brauchen unbedingt Poweranschluss um die Betten zu trocknen. Landen etwas abseits in einem kleinen Ort bei einer reizenden jungen Chefin, die ein gut gehendes Restaurant hat, erst lässt sie uns den Platz preiswerter wie ausgeschrieben, dann nimmt sie das ausgemachte Geld für die 4x Trockner Benutzung auch nicht, wir sind mal wieder baff.
Ein nichtssagender Ort dachte ich erst, haben verlängert, damit Mann ungestört, vom Entdeckertrieb befreit, sich dem Internet und den Fotos widmen kann, und dann hat Frau einen der wundervollsten Gärten entdeckt. Gegen eine Spende ( das ist hier oft so, manchmal auch bei RV Plätzen ) durfte man rein. Ich konnte mich gar nicht sattsehen an diesen Farben und hatte Mühe mich zu trennen.
Beeindruckend war auch das Mosaik an der Hauswand, das aus Muschelhäften erstellt wurde. Überhaupt findet man hier, wie auch in Australien sehr viele und schöne Streetart.
Catlins coast
Dann kamen wir an die Catlins Coast mit den vielen atemberaubenden Wasserfällen und durch Regen- und Nebelwald. Nicht mehr abenteuerlich mit der der Machete den Weg bahnend, nein heute auf Superstrassen, immer auf dem neuesten Stand oder auf vorgezeichneten, oft gut ausgearbeiteten Wegen sogar mit Richtungspfeilen, allerdings immer da wo es eh keine alternative gibt, dafür fehlt er meistens an Abzweigungen, aber so bleibt doch noch ein kleines bisschen Abenteuer erhalten.
Jeder Wasserfall ist für sich ein Naturschauspiel. Der Chasm Waterfall….
Der Matai Fall….
Der Puraukanui Fall….
…NEIN, wir zählen nicht alle auf, nur die für uns am beeindruckensten. -G.)
Die Wanderungen durch die Regenwälder zu den Wasserfällen – man möchte den Finger nicht mehr vom Auslöser der Kamera nehmen. Auch wartet man ständig, dass ein Gnom oder sonstiges Wesen aus dem Unterholz tritt, sich die uralten, knorrigen, krummen, hohlen, vermoosten Bäume sich anfangen zu bewegen. Es ist Märchenhaft und jedes Stück Wald ist anders.



In einem überwiegen die Riesenfarne, die manches Mal eher wie Palmen aussehen, dann sind es die Pflanzen die die von den Bäumen hängen wie zerrissene Vorhänge oder alte, vermooste Steine, die da herum liegen.
Dann gibt es noch diese internationale wichtige geologische Stelle, wo 170 Millionen alte versteinerte Baumstümpfe bei Ebbe aus dem Wasser ragen. Es war unser Glück, dass wir zufällig dort waren bevor die Flut wieder alles verschluckte. Nicht weit weg existiert ein Stück Wald in dem genau die gleichen Bäume heute noch wachsen und das ist wohl besonders interessant für Geologen weltweit.
Deutlich sind noch die Holzmaserung und die Strukturen erkennbar. -G.)
Und heute hatten wir das grosse Glück und mein innigster Wunsch ging in ErfüllungGelbaugen-Pinguine zu sehen, die sehr sehr selten sind un d gleich zwei, die wohl am brüten waren. Pinguine bauen ihre Nester auf dem Trockenen, kommen jeden Abend dahin und jedes Jahr an die gleiche Stelle zurück zum brüten.
[ Diese Bilder stammen aus einem Artikel über Gelbaugenpinguine in Wikipedia.de ]
Als nächstes Highlight kamen wir zu den Cathedral Caves auch hier haben wir es fast auch noch be Ebbe geschafft, wir mussten nur ein wenig durchs Wasser waten und über Felsen balancieren. Überwältigend. Die zwei Eingänge sind nur vom Meer aus zu erreichen und vom Wasser, durch Jahrtausende getrennt, geformt worden (in 160 Mill Jahren altem Jurassic Sandstein) und irgend wann zu einer Höhle verschmolzen sind vor zehn- bis hunderttausend Jahren. Es bildeten sich zwei Eingänge aus, die 40m auseinander liegen. -G.)
Den Abschluss unserer Tour an der Ostküste bildete der Leuchtturm am Waipapa Point. Nach einem schweren Schiffsunglück, bei dem der Passagierdampfer „TARARUA“ 2km vor der Küste auf ein Cliff fuhr und 131 Menschen starben, wurde 1884 der Leuchtturm in Betrieb genommen. Es ist der letzte hölzerne Leuchtturm der noch heute in Betrieb ist.
Jetzt geht unser Weg in Richtung Inland um nach einem Abstecher zum Milford Sound weiter an die Westküste zu fahren. -G.)
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