Ab in die Wüste

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Meknes

Wir hatten viel über Meknes gelesen und einigten uns nicht nach Fes durchzufahren, sondern einen Halt dort einzulegen, da wir durch Verschiebungen und etwas Nachlässigkeit auch mehr Zeit hatten. Auf der Fahrt von Casablanca nach Meknes zeigte sich wieder eine völlig andere Landschaft. 

Auf dem Weg nach Meknes waren sehr viele Funkmasten von Störchen besetzt. Beim ersten wunderten wir uns, beim zweiten staunten wir und bei allen weiteren konnten wir es gar nicht fassen. Wir zählten auf einem grossen Funkmast 10 Nester !!!  Ja, offenbar hat sich die Kommunikation untereinander ausgeklappert !??

Uns interessierte vor allem Volubilis, eine Ruinenstadt in der Nähe von Meknes, die 25 vor Chr. unter römischen Einfluss gegründet wurde, wobei die ältesten Siedlungsspuren bis in die Jungsteinzeit führten und eine sehr wechselvolle Geschichte hatte, je nachdem, wer gerade an der Macht war und dementsprechend auch Umbauten vornahm. Irgendwann geriet sie aber in Vergessenheit und wurde erst 1874 wieder als Volubilis entdeckt. 1915 begannen die ersten Ausgrabungen durch französische Archäologen. Es sind noch die Mauern der Wohn- und Geschäftshäuser sowie der Bäder zu sehen.

Beeindruckend vor allem die noch in einem hervorragenden Zustand befindlichen Mosaikfussböden.

Wir verbrachten einen ganzen Tag in dieser interessanten Stätte, trotz grosser Hitze. Nachts sinken die Temperaturen zwar schon merklich, aber sowie die Sonne am Himmel steht wird es heiß wie eh und je.

       
           
            DIE  SONNE  SCHIEN,
              WIR  SIND  VERBRANNT,
              ZURÜCK  BLIEB  SCHATTEN
            NUR  IM  SAND

 

 

 

Und es hatte sich gelohnt. Wir hatten auch eine sehr schöne Unterkunft in der Medina, leider etwas weit weg vom Parkplatz, was auch noch dazu führte, dass wir regelmässig jedes Mal auch noch umherirrten, bis wir in der total verwinkelten Medina den Ausgang fanden, der zum Parkplatz führte und das Gleiche wieder in umgekehrter Richtung zurück in die versteckte Unterkunft. Auch hier waren auf dem Funkmast auf der Terrasse 2 Storchennester und es ist schon was Besonderes, wenn diese grossen Tiere über einen hinweg fliegen und einen erstmal ganz schön erschrecken.

Hier sind wir auch bei einem wunderbaren Frühstück auf der wirklich schönen und sogar aufgeräumten Terrasse mit einem jungen Pärchen ins Gespräch gekommen, die nur relativ kurz in Marokko sind und hauptsächlich nach Merzouga wollten und von dort in die goldene Sahara. Merzouga war uns noch nicht untergekommen, konnten wir gar nicht verstehen. Was die auch nicht verstehen konnten. Wir hatten noch ein paar Tage Zeit bis zum Auto abgeben, und ich sagte mir, ausser „Lawrence of Arabia“ hat man sonst von Niemanden gehört, der im Sand versunken ist, es wird sicher nicht oft passieren. Also, dann mal auf, wieder über den Atlas, aber diesmal über den Mittleren Atlas und jetzt hatten wir auch freien Blick auf die schneebedeckte Gebirgskette vom Hohen Atlas in Richtung Westen.

Also fuhren wir diesmal sogar bei Sonnenaufgang los, wieder eine andere Landschaft, aber als erstes – Berberaffen.

Ich muss es schon wieder sagen: Toll, ganz anders als alles bisher gesehene, fast alles Wüste, aber doch in verschiedenen Farben, leicht variierend, aber sehr entspannend. Es war wunderschön, kein ah und oh Geschrei, es war einfach eine Genießer Tour.

Die Farben gingen von grün über rot und braun ins dunkle, wobei die Sonneneinstrahlung natürlich auch eine Rolle spielte. Dadurch, dass die Farben sich nicht stark absetzten, sondern auch noch recht dunkel waren, machten wir kaum Fotos. Der Weg war angenehm zu fahren, auch dadurch, dass die Strasse super instand war.

Bis Fes herrscht die ganz einfache Bauweise vor. Gerade Wände, keine Fenster, eingeklemmt zwischen den anderen Häusern, die sich gegenseitig stützen und vor dem Zusammenfall bewahren. Und innen sind es kleine Paläste. Im Süden herrscht der maurische Stil vor, da will man schon zeigen was man hat und alles wird dekoriert.

 Da bleibt kein Stück Mauer glatt. Dann gibt es noch die Lembauten, die zwar glatt und funktionell sind, aber trotzdem sehr hübsch aussehen durch die Farbgebung der verschiedenen Lehme.

Wir lernten auch noch die Mauern kennen, 50cm breit, ca. 2m hoch und km lang, die nur aus ineinander geschichteten Steinen bestehen, die bei den Abräumarbeiten der Steinwüsten, um Ackerland oder Bauland zu gewinnen, anfallen —- und alles in Handarbeit!  Häuser sollen sogar bis zu 2 Stockwerken so hergestellt werden. Da darf niemand, auch micht im Spass, mal gegen die Wand gestossen werden…..

Merzouga

Auf dem Weg begegneten uns auch zahlreiche ungewohnte Hinweisschilder, es sind eben nicht nur Kühe die die Strasse kreuzen.  Wir sahen sogar das Kamel welches für das Schild Model gestanden haben muss.

Nach acht Stunden waren wir dann am Ziel, in einer Berberunterkunft auf dem einzigen Berg in einer weiten, schwarzen Sand- und Steinwüste, die den Blick frei liess auf die goldenen Sandberge der Sahara am Horizont.

Es war Atem beraubend. Mein Gott, was hätten wir versäumt, wären wir nicht mit dem jungen Pärchen ins Gespräch gekommen!  Am nächsten Tag machten wir dann einen Ausflug in die Sahara, liessen unsere Füsse im Sand versinken, liessen den Sand durch unsere Zehen rieseln und betteten unseren Rücken genussvoll darin.

Wir lernten dort auch noch die Amerikanerin Yolaine kennen, die uns noch in die Berberdörfer mitnahm und uns zu einem bekannten Künstlerpaar brachte, einer Französin und einem Berber, die dort ein tolles Anwesen in Lehmbau bewohnen und fantastische Arbeiten herstellen und Ausstellungen bis nach Frankreich machen und schon einige Preise gewonnen haben. Sie malt und er stellt u.a. fantastische Stahlarbeiten her. Oh je, zum Glück könnten wir es nirgends aufhängen.

Wir besuchten einen See in der Nähe, der durch die ausgiebigen Regenfälle ein paar Tage zuvor entstanden ist.  Es ist schon eigenartig den riesigen See, einige hundert Meter weiter riesige Sandberge – und das alles Wüste!!??  Irgendwie kommen wir mit unseren Vorstellungen etwas durcheinander.

Die Strasse endete irgendwo im Nirgendwo in der Wüste und das wollten wir erkunden. Nach ein paar km kamen wir durch weitläufige Fossilien gründe, die von längst vergangenen Zeiten zeugen, wo alles vom Meerwasser überschwemmt war. Die Wüste ein Ozean: kaum vorstellbar. Jetzt verstanden wir auch, wo die vielen Fundstücke, die an den Strassen angeboten wurden, her kommen.

Leider mussten wir nach 5 Tagen diese wundersame Gegend, die man nicht nur einfach anguckt, sondern einatmet, sich umhüllen lässt, die durch die Augen in dich hinein gleitet und von deinen Herzen aufgesogen wird.

Mir traten die Tränen in die Augen, als wir „das“ verlassen mussten, da wir das Auto in Fes nach 45 Tagen zurückbringen mussten. Für die Rückfahrt haben wir eine Übernachtung eingeplant, da man für den Verkehr in Fes hellwach sein sollte, die hatten wir in Midelt (1500m) und es war richtig kalt und das Hotel hatte nichts an Heizung, aber zum Glück genug Decken zum abräumen, da es ein 4-Bettzimmer war. Von Midelt hatten wir auch den besten Blick auf die Schnee bedeckten Berge.

Midelt

Von Midelt hatten wir gar keine Vorstellung, auch nirgends was gelesen, wir wollten auch nur übernachten, und dann stellte es sich als eine so nette Stadt raus mit lauter netten, hilfsbereiten Einwohnern, die uns in allen möglichen Situationen zur Seite standen. In dem kalten Hotel wollten wir nicht Essen, die Küche war wohl sowieso geschlossen und wenn das Essen von woanders geholt wird, können wir uns das dann auch selbst aussuchen. Und wir machten einen Glücksgriff, der uns allerdings gelang, weil die Essenszeit oft sehr spät ist und dieses Strassencafe schon ab Mittags geöffnet ist. Das Essen war lecker und zum Abschluss wurden wir noch mit dem obligatorischen Pfefferminztee und hervorragendem Gebäck überrascht. Später trudelte noch der Boss ein, um uns lange zu unterhalten, wobei ich mir nicht klar war ob er unter Cannabis oder Alk stand, aber es war lustig. Er machte uns auch noch das Angebot Bier zu kaufen und „kein Problem ihr könnt euch hier draussen hinsetzen und es trinken“, nur selbst verkaufen darf er nicht. —– komme ich erst drauf: aus unserem Hotel verschwanden nämlich ein Motorrad Pärchen irgendwie drinnen die Treppe hoch und das andere kam etwas später noch hinterher. Da nahm ich an, da gibt es heimlich Bier. Mir geht jetzt erst auf, dass es Cannabis da gab. Na, ich hätt`es trotzdem nicht probiert. Das „clear in mind“ Leben ist schon interessant genug.

Jetzt noch mal zu dem Gebäck zurück, das ein Highlight hier in Marokko ist, oder sein kann. Also am nächsten Morgen los, müssen wir unbedingt haben. Wir fragten und fragten, aber keiner konnte uns weiter helfen und das Restaurant machte erst Mittags auf. Und gerade als wir sagten, nur noch da mal gucken, sind wir fast mit dem netten Kellner vom Abend zuvor zusammgestossen.  Nach meinem Mimikprogramm wollte er uns gerade erklären wo es das gibt, dann überlegte er sich´s: “ach was, ich bring sie hin“ ( denk ich mir, was soll er sonst gesagt haben?) Dann brachte er uns tatsächlich durch die halbe Stadt in ein ganz anderes Viertel, hier waren noch viele Handwerker zu Gange. Er hielt an keinen der vielen Gebäckstände bis wir eine kleine Backstube erreichten, wo die tollsten Kekse gebacken wurden. 1 Kilo € 5 !  Gerne wären wir noch einen Tag länger hier geblieben, aber das Auto muss übermorgen in Fes abgegeben werden.

Unterwegs bestaunten wir noch die Spezialität der Region:  Zwiebel, Zwiebel, Zwiebel.         Riesige Felder und und Mieten mit Zwiebel. 

…und wieder Fes

Ich hatte übrigens mal gelernt, dass die Stadt Fes mit „s“ geschrieben wird und die Kopfbedeckung mit „z“, das fand ich auch immer sehr einfach zu merken.  Nur hier weiss das wohl niemand, so wird auf öffentlichen Bekanntmachungen, auf Hinweisschildern oder Briefen die Stadt mal Fes und mal Fez geschrieben. Und ich war immer so Stolz, sowas ungewöhnliches zu wissen und bei Kreuzworträtseln hat es auch immer geklappt!

Wir hatten schon das Hotel in der Nähe vom Bahnhof gebucht für 3 Tage, verlängern kann man immer noch. Das Hotel selbst im einheimischen Stil, um so erstaunlicher waren das Zimmer, 2 kleine Räume, die ineinander übergingen mit Tisch und 2 Sesseln, neu renoviert und sogar ein Schrank. Als wir den allerdings öffneten, dasselbe Dilemma: nichts drin, keine Kleiderstange, kein Bügel, keine Einteilung und auf dem Boden, das einzige Brett, wo man was drauflegen könnte, lagen die Decken für kältere Nächte. Also wieder die Deko abgeräumt von den wenigen Ablagen und einige unserer Sachen darauf verteilt, aber ansonsten war das Zimmer ganz niedlich. Nach einiger Überlegung ob wir hier bleiben oder nicht, wir hatten uns inzwischen entschlossen doch unser Visum auszunutzen, fiel unser Auge auf ein Sonderangebot und warum nicht mal ein Appartment, 150 m², 2 Schlafzimmer, 2 Bäder und grosse Küche.

Das genossen wir eine Woche und gingen dann zurück nach Fes, unter der Bedingung von Gerhard: keine Medina, da kennt er eh schon alles. Also ein Zimmer. Wir landeten in der Altstadt, das älteste Haus, aber innen sehr dekorativ. Wir durften uns zwischen 3 Zimmern aussuchen, was uns nicht schwer fiel: das erste war sehr dunkel, beim zweiten stellte sich dann raus, dass die Rotlichtheizung, die etwas schräg aus der Wand hing, kaputt war und das 3. war dann das schönste und grösste, zwar auch kein Stadtblick, wie bei booking.com angegeben, aber es wurde wirklich ein Tisch organisiert (wie der hier hoch gebracht worden ist, die schmale Treppe mit jeder Stufe eine andere Höhe und Breite, erstaunlich) und zwei Stühle. Nach einigen Bemühungen liess der Schrank sich wirklich öffnen und Fächer kamen zum Vorschein. Bügel waren nicht nötig, denn davor war ein Kleiderständer und wenn man es fertig brachte, den ein bisschen zu verschieben, ging die 2. Schranktür auch etwas auf. Aber wir nehmen alles mit Humor, nur sich dran zu gewöhnen, dass man sich bei booking.com auf nichts mehr verlassen kann ist schon doof.

Inzwischen wissen wir auch, was noch mit der Gebrauchtkleidung passiert und warum oft die Matratzen in den Unterküften so hart sind. Wir konnten Matratzennäher bei ihrer Arbeit zusehen. Die Matrarzen, die von aussen super aussehen und Handgefertigt sind, werden mit kleingeschnittenen Kleidern vollgestopft. Auch eine Idee der Kleiderberge Herr zu werden. Kann man nur hoffen, dass da nicht zuviel ungewaschenes reinkommt, denn trotz der Bitte, die Sachen vor der Weggabe zu waschen, kommt das scheinbar nicht bei allen an. Wäre natürlich einfacher, das gleich am Sammelort zu verbrennen.

Wir hatten aber grosses Glück, dass wir am ersten Abend gleich im nächsten Restaurant gegessen haben, denn besser hätten wir es nicht treffen können. Eine hübsche Dachterrasse, Familienbetrieb, Vater mit 2 Söhnen kümmerte sich hervorragend um die Gäste. Es wurde alles erklärt und man wurde verwöhnt. Wir hatten gar keine Lust was anderes noch kennen zu lernen sondern genossen 7 Tage lang die schöne Atmosphäre. Ab dem 3.Tag wurden wir zu unserem Pfefferminztee eingeladen und bekamen noch Gebäck dazu.

Die Medina fängt hier in der Nähe an und da sie riesengross ist kann man Stunden darin rumlaufen. Und wer ist wohl als erster Stunden darin verschwunden? Ja, er hat was gesucht und am anderen Ende kennt er sich ja aus und Omaima hat er auch gleich besucht, die ihn mit einem Freudenschrei begrüsste.  Die 1200 Jahre alte Medina von Fes ist mit einer Mauer umgeben und die grösste der Welt mit über 9000 Gassen, die schmalste gerade mal 50 cm breit und beherbergt 300 Moscheen und die älteste Universität, die zwar von eine Frau gegründet wurde, aber erst für Frauen zugelassen wurde sie im 20.Jh.

Auf einem abendlichen Gang zwischen Medina und Kanal lies uns die Neugierde einen einsamen Raum entdecken, wo zwei Handwerker damit beschäftigt waren aus Kacheln diese kleinen Stückchen raus zu hauen, aus denen dann diese unglaulichen Mosaiken zusammen gesetzt werden. Ich kann es jetzt noch kaum glauben, was ich da gesehen habe. Es ist eigentlich nicht zu glauben. Und diese Handwerker/Künstler arbeiten so im verborgenen unter sehr schlechten Bedingungen und stellen diese

Fragmente her, woraus dann wieder diese wunderschönen Mosaiken entstehen, die dann bewundert werden. Und da sitzen diese Menschen und arbeiten nur mit einem Hammer, und jeder Schlag sitzt.

Tanger

Wir fuhren dann von Fes mit dem Zug nach Tanger. Dort hatten wir wieder eine Unterkunft in der Altstadt und hier erwartete uns eine seltene Überraschung: statt einer einfachen Unterkunft in der Altstadt so nach dem Motto, lassen wir uns mal Überraschen —- erwartete uns eine Unterkunft, die nichts versprach und doch alles bot, was man brauchte, sogar zwei Stühle! Das erste Zimmer gefiel uns gleich so gut, dass wir die anderen gar nicht sehen wollten. Das erste mal auch, dass ein Kühlschrank für Gäste da war. Es war sehr ruhig dort, obwohl direkt um die Ecke der Betrieb anfing. Wir blieben ein paar Tage dort, aber viel zu Unternehmen war nicht, es wurde schon ganz schön kühl und ungemütlich, aber wir haben leider den Flug ohne viel zu Überlegen erst für Anfang Dezember nach Bangkok gebucht. Ein Highlight war wieder unser Besuch in dem kleinen marokkanischen Restaurant vom letzten mal. Und heute wollten wir uns was gönnen: eine Fischplatte, ausgesucht an der Theke. Die Bedienung packte immer mehr auf den Teller. Und das noch, und davon noch, bei manchen Sachen gelang es mir doch noch zu sagen: das bitte nicht. Wir bekamen eine leckere Fischplatte mit zig verschiedenen Sorten frischem Fisch. Ich dachte noch ohje, und dann konnten wir es kaum fassen, die nahmen uns sage und schreibe gerade mal  100 DH ab, € 10 für beide!

Von Tanger ging es dann wieder mit Schiff nach Spanien, weiter mit Bus bis Vejer, wo wir unsere Koffer untergestellt hatten. Da gab es dann eine grosse Überraschung: Mein Koffer, der in einer Kammer untergestellt war, hatte einigen Schimmel abbekommen und damit war ich dann ein paar Tage beschäftigt. Gerhard hatte seinen im oberen Stockwerk, da war es trockener.

Nach ein paar Tagen mit dem Bus nach Sevilla. …. und das war mal wieder ein Abenteuer.

Wir sagten uns: keine Taxe, wir nehmen den Stadtbus bis zum Fernbus, da sind wir sicher. Die Taxe Abends bestellen und dann kommt sie nicht und einen Bus kriegen wir dann auch nicht mehr. Also Berg runter, kurzer, einfacher Weg, die Taxe hätte einen Riesenumweg machen müssen zu unserer Bleibe. Wir waren sehr zeitig da ( Gerhard hatte sich 2 Tage vorher bei der Tourist Info nochmal erkundigt, damit auch alles gut geht), hatten auch viel Zeit zum Umsteigen und wollten dort Frühstücken gehen. Der Bus kam nicht, es war absolut kein Verkehr, 10 Min., 20 Min. Zum Glück war es fast neben der Tourist Info, tja heute ist (irgendein) Feiertag, da fährt der 9 Uhr Bus nicht, der nächste erst um 12 Uhr. Hatte sie vergessen! Sie war aber so nett das Taxi anzurufen, es käme gleich. Es dauerte dann doch nochmal 30 Min. und es war das Taxi, das die ganze Zeit gegenüber an der Strasse stand. Wie der Fahrer aussah, war er wohl nochmal eingeschlafen, ordnete noch schnell die Haare etwas im Rückspiegel und fuhr verschlafen los. Die Taxifahrt war dann fast doppel so teuer, es kam noch Feiertagszuschlag hinzu (!), wie wenn wir uns gleich hätten abholen lassen, aber wie man sieht hätte er womöglich verschlafen. Frühstücken gehen fiel natürlich flach, aber wir machten ein sehr einfaches Restaurant ausfindig, wo wir einen wunderbaren Kaffee mitnehmen konnten und zwei toll belegte Brötchen, fast so gross wie´n halbes Baguette (naja, wie´n kleines), der Wirt war richtig aufgeregt, kommt wohl nicht oft vor, dass „Ausländer“ da reinkommen, und alles war so liebevoll verpackt. Als ich gerade los wollte, rief er noch: „el Momento“ , er verschwand und kam mit einem Pappdeckel zurück damit ich alles besser transportieren kann.

Sevilla

Der Bus nach Sevilla kam dann auch gleich, warum auch immer hatten wir 2 separate Plätze zugewiesen bekommen, meiner war zum Glück ein Einzelplatz und so war das Tauschen kein Problem.

Die Unterkunft war nicht weit von der Busstation zum Flughafen und hübsch in der Altstadt gelegen.  Abends assen wir gleich an der Ecke und ich ass den besten Schokokuchen ever, dort zum Nachtisch, wohl von der Chefin selbst gebacken, und einen leckeren Rotwein, in Spanien geht es nicht ohne.

Die Fahrt am anderen Morgen zum Flughafen war wieder mal ein Erlebnis. Aus einer langen Reihe von Haltestellen war die Bushaltestelle nicht ausfindig zu machen. Wir hatten zwar wieder viel Zeit eingeplant, aber es war doch zum verzweifeln. Alle schüttelten nur mit dem Kopf. Eine Frau zeigte dann auf die U-Bahn und meinte, das wär das einzige mit einmal umsteigen. Gerhard wollte sich nicht darauf einlassen. Irgendwann kamen wir dann an einen Busfahrer, der uns helfen konnte und dann entdeckten wir ein klitzekleines Schild an einem Pfahl:  AP (Airport), der Bus kam auch gleich und erleichtert nahmen wir Platz, denn die Zeit wurde schon langsam knapp. Nur der Bus fuhr und fuhr nicht los.  Es Stellte sich dann raus, dass er auf die Ablöse wartete und die kam und kam nicht.  Wir waren dann schon ganz schön unruhig, als die Ablöse endlich kam. Es stellte sich dann raus, dass der Mann von seinem Fenster aus eigendlich den Bus sehen kann, der Fahrer aber neu war und die Gepflogenheiten noch nicht so kannte, der neue Fahrer war nicht weit genug vorgefahren und so konnte er ihn nicht sehen. Leider blieb uns das Lachen etwas im Halse stecken.  Zum Glück lief am Flughafen alles seinen Weg und im Flugzeug konnten wir dann entspannen.  In Wien hatten wir einen längeren Aufenhalt und so konnten wir unsere EM-Zahnpasta, die Gerhard zu der dortigen Apotheke hat schicken lassen, in Empfang nehmen. Da hatte Gerhard wirklich eine Superidee und ich merkte, wieviel ihm auch daran liegt. Auch der Hersteller in Österreich hat sofort reagiert und innerhalb von 2 Tagen hat es tatsächlich geklappt.

Der Flug von Wien nach Bankok war auch angenehm und ich kann jedem nur empfehlen auf längeren Fügen ein Upgrade zu nehmen.

Von Bangkok ging es dann noch 5 Stunden mit einem Bus nach Hua Hin und dann waren wir in unserer Bleibe, wo uns alle, sogar die 3 Portiers wiedererkannten und wir jetzt ein fast normales Leben führen, die 2 Schwimmingpools nutzen, Marokko verarbeiten und einkaufen gehen.

Um nochmal auf Marokko zurück zu kommen: Marokko war für uns eins der eindrucksvollsten Länder, so abwechslungseich, wie kein anderes. Nicht nur, die total unterschiedlichen Bauweisen in Einzelnen Regionen, die vielen sehr verschiedenen Materialien, die verschiedenen Kleidungsstile, man hatte das Gefühl man kommt von einem Land in ein anderes, dann nicht nur die Sprache, auch die Schriftzeichen sind total unterschiedlich. Wie sind die Menschen? Werden wir gefragt, ja wie überall, es gibt solche und solche, wie bei uns, wobei die meisten freundlicher und hilfsbereiter sind wie in Deutschland. Tourismus verdirbt natürlich, da dürfen wir uns nichts vormachen. Viele brechen sehr rücksichtslos und respektlos in andere Länder ein, leider.

Wie nach jeder Reise denken wir oft an die vielen Begegnungen und Erlebnisse zurück, und auch an die vielen Orte und Sehenswürdigkeiten die wir nicht besuchten.  Aber es ist ja eigentlich unmöglich alles zu sehen, wir sind nicht auf der Flucht und wir freuen uns über die Dinge die wir geniessen und erfahren konnten.  Nach unserer erholsamen und kreativen Zeit in Thailand freuen wir uns,  Euch im nächsten Monat nach Indien mitzunehmen.   …-G.)

Die eingefügten Reiserouten wurden mit Google-Maps erstellt.

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