Outback – 2

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Mt. Isa     25. September ’18

Wir machen uns jetzt auf nach Mt Isa, die letzte Station vor dem totalen Outback für erstmal 670 km.

An der langen Seite der Markise wird jetzt endlich die Seitenwand befestigt, so hat man das Gefühl ein zusätzliches Zimmer zu haben und man sieht trotzdem nach draussen. Erst nach ein paar Tagen habe ich festgestellt, dass man genauso von draussen nach drinnen gucken kann. Na ja, es hält zwar nicht ganz die Sonne ab, aber zu ca. 50% und der Wind kommt auch durch (wenn er weht). Die Sonnen- und Sichtschutz für die Fahrerkabine werden jetzt auch jeden Tag an den Autofenstern befestigt, macht doch ganz schön was aus, denn die Sonne knallt sofort, wenn sie aufgeht. Die Bettwäsche lassen wir auch den ganzen Tag hängen, wenn es geht, das hält auch noch mal die Sonne ab, nicht immer findet man einen Schattenplatz. Die starke Abkühlung Nachts ist noch nicht eingetroffen, aber wir sind ja flexibel und gegen alles gewappnet.

Mt. Isa liegt wie eine Riesenoase, grün, von Bergen umgeben im Outback. Es ist wie ein Wunder nach der langen totalen Trockenheit, die eher nach Herbst denn nach Frühling aussah.

Wunderschön ist am Eingang zwischen Bergen unter Palmen ein RV Platz gelegen, wir entschieden uns aber für den, der am nächsten zum „Zentrum“ ist, ca 2 km mit den Rädern, denn wir müssen uns ja noch eindecken für die nächste Strecke, unser Kühlschrank ist nicht sehr gross und bei den Temperaturen auch nicht mehr sehr kühl zu kriegen. Viele essen ja nur aus der Büchse, aber Gerhard steht doch mehr auf „Jenseits von Afrika“ – Feeling, so richtig mit Tischdecke und Geschirr. Mt-Isa-Sausee

Wir machten dann einen Ausflug in die Berge und kamen an eine unbeschreiblich, wunderschöne Seenplatte. Leider durfte man dort nicht Übernachten. So sind wir zurück und noch 2 Tage in das Palmenresort.

Wollten am Sonntag um 6 Uhr los, da die Läden aber erst um 9 aufmachen und wir uns noch eindecken wollten für 3 Tage im Nirgendwo. Haha, nichts hatte auf hier, alles geschlossen. Hatte zum Glück schon vorher einige Büchsen besorgt, weil da das Organic so preiswert war und die auch richtig Auswahl hatten. Auch Mehl – nur bei der Hitze noch den Ofen anmachen ……..

Mataranka     02. Oktober ’18

Wir blieben dann 3 Nächte in Mataranka, wo wir den Thermal Pool ausgiebig nutzten, denn bei 43° ist Wasser mit 33° noch eine Erfrischung. Unglaubliche 30,5 Millionen Liter Wasser fluten dort täglich durch. Nicht weit davon nutzten wir auch die Bitter Springs, die allerdings etwas gewöhnungsbedürftig sind. Wunderschön gelegen unter Palmen und tropischen Wald, machten wir dort auch eine sehr schöne Wanderung, die wie üblich bei uns dann ganz schön ausartete.

Zurück zu den Quellen : ein zuerst fürchterlicher Gestank erwartete uns, der von bis zu 200 000 Fledermäusen kam, die dick in den Palmen hängen. Dachten wir Fledermäuse sind nachtaktiv, hier wurden wir eines besseren belehrt, auch dass sie gar nicht hässlich sind. Es waren die Redfox, der Name kommt von der Farbe und wenn sie fliegen leuchten die rotbraunen Flügel durchsichtig im Sonnenlicht. Diese Fledermäuse, schmecken von allen, lecker gegrillt, am besten, haben wir inzwischen gelernt ( nein nicht probiert ). Nachts legen sie bis zu 50 km zurück.

Hat man sich erstmal an den Geruch gewöhnt ist es gar nicht mehr so schlimm und wenn man sich dann sagt, dass hier Unmengen Wasser durchfluten stören die Fledermäuse über den Köpfen nicht mehr. Gerhard bemerkte dann noch, dass der Untergrund hier so schön weich ist im Gegensatz zu dem vorherigen Pool, nicht nachdenken dachte ich nur.

Hier haben wir auch die ersten Windhosen erlebt. Wir sitzen so schön auf unserer Essecke„Terasse“, ich gerade vom Duschen, Badehandtuch um und sichten die Unterlagen für die Weiterfahrt. Plötzlich eine Windhose parallel zu uns wir springen auf und starren gebannt wie sie mit ziemlicher Geschwindigkeit den Weg nach rechts langrast, gerade wollen wir uns erleichtert wieder hinsetzen da dreht sie sich und kommt direkt auf uns zu. Wir waren so verdattert, es ging auch so schnell und schon wirbelten unsere ganzen Unterlagen in der Luft. Also mit einer Hand das Handtuch festhalten und mit der anderen versuchen Papiere zu greifen ……..

Sind noch 2x auf dem Hwy erfasst worden, habe mich irre erschrocken, wusste gar nicht was los ist, dachte wir landen im Graben, aber Gerhard hat super reagiert, die 3. dann auf unserer Übernachtungsstelle, ging aber eng an uns vorbei.

Nach 2 Übernachtungen in der freien Natur, naja nicht ganz so frei, auf Rastplatz, man fühlt sich trotzdem freier und mehr der Natur verbunden, waren wir dann auf den Stuart Hwy., auch Explorer Hwy genannt, da viele erste Siedler diesen Weg nahmen, allerdings durch Bushland und per Pferd und Karren. Ist schon Interessant diese alten Sachen im Museum anzusehen. Der Stuart Hwy trennt das Land von Melbourne nach Darwin. War auch Zeit wieder in die Zivilation zu kommen, gestern war kein Tropfen Wasser mehr im Tank, hatten zum Glück noch ein paar Wasserflaschen als Reserve.

Bei der zweiten Übernachtung haben wir noch 20km draufgelegt, Rauchda eine schwarze Brandwolke ein ungutes Gefühl erzeugte und auch der Brandgeruch unangenehm war. Einige Tage später erfuhren wir von anderen Campern, das unsere Strasse später für drei Tage gesperrt war. Bisher also damit Glück gehabt.  -G.

Einen Abstecher haben wir uns auch diesmal, wie schon vor gut 10  Jahren,  gegönnt.  Der Besuch des legendären Daly Waters-Pub.

Daly Waters war im 2. Weltkrieg der Flugstützpunkt für die Zwischenlandung vom Süden Richtung Indonesien im Krieg gegen Japan.  Dieser Pub war in der Einöde das einzige „Vergnügen“ – heute ein Wallfahrtsort für Auserwählte.

In der Nähe gibt es auch den Stuart Tree.  Jeder braucht sein Highlight.   -G.

Croco-dundee-filmhotelCroco-dundee-filmhotel-1Unterwegs noch ein „Highlight“ für Eingeweite:  Auf dem Weg kamen wir an dem Original Filmhotel von „Crocodile Dundee“ vorbei.  Wenn sonst weiter nichts ist muss man sehen wo man bleibt.  -G.

Vielleicht doch besser sowas.  Wir hatten auch zu viel, nur was ist kaputt gegangen ? Natürlich nicht das – zu viel.

Daly-W-roadDann ging es los in die einsamste Gegend, aber mit 100 l Wasser im Tank, eigener Toilette und Dusche. Wir haben zwar einen Spaten dabei, aber die Erde ist zu hart und trocken.

421 km gefahren, mehr wie gedacht, und es windet wenigsten etwas. Tja, sind immer noch Umweltbewusst und kommen damit auch der Bitte der Ranger nach: keine Klimaanlage zu benutzen. Wir fuhren durch traumhafe Landschaften. Totale Öde wechselte sich ab mit weiten Wäldern. Die Bäume sind sehr niedrig, alle sind schon mal vom Feuer heimgesucht, rappeln sich aber immer wieder auf, haben aber keine Zeit zum wachsen.

Inzwischen haben wir auch erfahren was es mit den Känguruhs auf sich hat: die Strassen sind leicht gebogen und der Strassenrand ist der einzige Platz, wo man noch etwas Grün findet, da die wenige Feuchtigkeit dann dahin abläuft.

Gestern Pizza gemacht ( der Käse musste weg ), wenn sie durchgebacken gewesen wäre hätte sie lecker sein können. Heute gibt es Bohnen aus der Büchse, wie es sich für einen Outbacker gehört.

Heute nur tote Autoreifen am Strassenrand, aber das auch in Massen.

Katherine     06. Oktober ’18

Dann nach Katherine, alles aufgefüllt, Wasser, Proviant und nochmal alles durchgescheckt bevor es in den Kakadu Nationalpark ging.

Auf den Weg dorthin noch einen Abstecher zu den unglaublichen Edith Falls.

Traumhaft gelegen und wirklich mit richtig viel glasklarem Wasser aus den umliegenden Bergen. Nachmittag war der See fast leer (also ohne Menschen aber mit Wasser) und wir machten noch einen tollen Rundweg zu den oberen Wasserstufen im Berg. Es begegnet uns auch kaum jemand – wer ist schon so verrückt über mächtige Felsbrocken zu klettern und auch noch Spass dabei zu haben. Aber alles schön als Wanderweg beschildert – in Deutschland sicher wegen „Lebensgefahr“ gesperrt. Als Entschädigung nochmal in den „Pool“. Am nächsten Morgen, also unser Morgen, nicht vor dem Aufstehen, hatten wir das Wasser auch wieder für uns allein für ein erfrischendes Bad.

So gestärkt ging es Richtung Kakadu-Nationalpark.  -G.

Am Abzweig in Pine Creek sollte es noch ein Eisenbahmuseum geben. Die Bilder verheimlichen nichts. Früher gab es eine Bahnstrecke, die aber vor langer Zeit eingestellt war. Die Schienen hat man noch liegen lassen – vielleicht ……. Da hat man auch die Lok und den Wagon noch behalten.

Auch das Bahnhofshäuschen ist noch das alte Original. Die Hoffnung stirbt zuletzt. -G.

Kakadu Nationalpark     10. Oktober ’18

Dann ab in den Park. Viele Wege kann man nur mit 4W machen, aber auch ganz gut so, denn langsam müssen wir auch sehen, dass wir an die Küste kommen, denn es wird immer heisser und ausser so`n verrückten Deutschen sind vernünftige Menschen nicht mehr Unterwegs und viele Touren sind inzwischen schon geschlossen.

Wir haben 2 Ranger-Touren mitgemacht. Eine ging zu den Höhlen mit alten Malereien der Aborigines und wir erfuhren auch viel über deren Kultur ( die zum Glück doch nicht ganz ausgrottet werden konnte). Die 2. war in Ubirr, das uns eigendlich wegen der Salzwasserkrokodile empfohlen worden war, es ging wieder zu Malereien und endete nachdem wir mal wieder einen steinigen Berg erklommen hatten mit einem wunderschönen Blick über weite Ebenen mit Sonnenuntergang.

Nächsten Tag zu den Krokodilen. Übrigends die Naturpools und Teile von den Flüssen werden möglichst Krokodil frei gehalten mit Absperrungen und Kontrollen. Es wird überhaupt sehr viel für die Bevölkerung gemacht, wir sind immer ganz angetan nicht nur für die, die eh schon alles haben und das macht die Leute auch relativ zufrieden. Es ist wirklich unglaublich was hier an Freizeiteinrichtungen und Verschönerungen auf die Beine gestellt wird. Irgendwo wird immer eine Strasse verbessert, selbst im Nirgendwo, und es flutscht. Es gibt unglaublich viele Parks und überall werden Grillmöglichkeiten zur Verfügung gestellt, überall sind saubere Toiletten und Wasser. Wir wundern uns nur wie das alles finanziert wird.

Wieder abgeschweift, wo war ich? Ach ja, bei den Krokodilen, bis 7 m werden die lang.

Also wir hin, waren schon nicht mehr so guter Dinge, weil wir dachten wir sind zu spät. Durch den Fluss ging ein schmaler Damm, man sah so mal ein Krokodil, dann setzte die Flut ein und bald waren da sage und schreibe 16 ( sechszehn ) Salzwasserkrokodile, die ihre Mäuler aufrissen und warteten, dass ihnen durch das einströmende Wasser über den Damm die Fische ins Maul schwammen.

Witzig war, dass einige Autos mutig weiter über den Damm fuhren, die Aborigines aber stehen blieben, diskutierten und doch lieber warteten, dass die Flut zurück geht.

Das war wohl auch eine Seltenheit oder unserer Ausdauer zu verdanken, so viele gesehen zu haben.

In einem kleinen Geschäft bekamen wir dann auch noch Vollkornbrot, 3 ! verschiedene Sorten und das mitten in der Einöde. Was für ein glücklicher Tag.

Mary river wilderness     12. Oktober ’18

Wir verlassen den Kakadu-Park in Richtung Darwin.

Unterwegs machen wir noch eine sehr interessante – fast private (gesamt 5 Leute) Sundown cruise auf dem Mary River. Mit vielen Vögeln, Crocos, Fashionshow ……

…..und einem schönen Sonnenuntergang. Am nächsten Tag hatten wir dann den ersten tropischen Regenguss.

Aber auch die Rettung von Tieren ist ein Abenteuer – für die Tiere vor allem….

Wenigstens guckt sie noch freundlich zurück…….

Känguru

Endlich lebenden, hüpfenden, grasenden, erstarrenden, friedlichen, neugierigen Kängurus (Wallabys) begegnet. Und das wo wir es gar nicht erwartet haben, nämlich als wir ins Wetland spazierten um Unmengen von Vögeln, die z.T. auch auf Durchreise waren, zu beobachten. Also es waren 5 Kängurus und das tollste: eines im Beutel; wir konnten uns gar nicht trennen, aber auch sie hielten ab und zu inne, um uns zu begutachten.

Am anderen Tag ging es weiter: ein paar Meter neben unserem Frühstückstisch tummelten sich unter dem morgendlichen Wassersprenger ein paar Kängurus. Inzwischen sind wir schon einigen begegnet, gerade wenn der RV Park sehr naturgetreu angelegt ist oder man Nachts mal raus muss, da muss man allerdings auch aufpassen, dass man nicht auf faustgrosse Frösche tritt.. Oder einem einer aus der Kloschüssel entgegenguckt, erst dachte ich halb verschlafen da hat einer nicht richtig gespült …..

Letztens kommen wir in einen RV Park und Gerhard will wie üblich gleich den Strom ( ohne Anschluss keine Klima , sch …. auf die Umwelt ) und das Wasser anschliessen und ist schier am verzweifeln, weil kein Wasser kommt, auf meine Bemerkung, die Pumpe ist nicht angeschlossen ( könnte man ja mal vergessen ) kommt nur ein zischen. Stellt sich dann raus, dass ein kleiner Frosch im Anschluss sitzt – und ihn verstopft!

Wir haben uns jetzt entschlossen doch nicht nach Darwin zu fahren und uns das für später aufzuheben. Es geht schon auf Dez. zu und wir haben noch ca. 1500 km vor uns bis zu Küste.

Vorher wollen wir ja auch noch in den Litchfield Nationalpark, der uns wärmstens empfohlen worden ist.

Litchfield Nat.     16. Oktober ’18

Kurz entschlossen in den Litchfield Nationalpark. Campen kann man hier auf abgeteilten Flächen, Toiletten und meist auch Duschen sind vorhanden und sauber. Ein kleiner Obolus wird in einen Umschlag getan und in eine Box geworfen. Toiletten und Duschen werden täglich gereinigt. Anders als wohl bei deutschen Autobahn-Parkplätzen. Ja und Toiletten und Mülleimer gibt es auf den entlegensten Highway Parkplätzen – fast immer in einem guten Zustand.  -G.

Jeden Tag denkt man das war das Tollste und dann wird es immer noch besser! Sind im Litchfield Nationalpark. Wahnsinn, erst am Naturpool mit 2 Wasserfällen, unglaublich und vor lauter Sprachlosigkeit bin ich 2x Mal über den ganzen See geschwommen und habe total vergessen, dass ich 1. immer Grund unter den Füssen spüren muss und 2. es nicht schaffe über einen See zu schwimmen. Und das 2x, am nächsten Tag ist mir das erst aufgefallen. Ich bin stolz auf mich !! Es war berauschend.

FLORENCE FALLS

Wir dachten das ist nicht zu toppen. Dann kamen wir an einen Wasserfall, der zwar schmal war, aber eine steile Felswand etwa 200 m tief in einen Pool stürzte.

TOLMER FALLS

Der 3. war ein Riesenpool und wurde von 3 Wasserfällen gespeist und wir waren heute Abend die Einzigen.

WANGI FALLS

CASCADE

Jetzt geniessen wir den Abend, nicht mehr ganz so heiß, die Grillen zirpen, die Vögel melden sich nochmal und die Kängurus hüpfen ab und zu vorbei und beäugen einen neugierig. Am frühen Morgen vor der Weiterfahrt noch mal rein und wieder hatten wir einen Private Pool. Der Park ist unbeschreiblich, atemberaubend (jetzt weiss ich erst was das bedeutet ) Jeden Tag denkt man von neuem, dass ist nicht zu toppen, immer und immer wieder.

Nun machen wir uns auf den Weg nach Westen um wieder das Meer zu erreichen.

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