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Wir verbrachten die Nacht von Donnerstag, den 5. Sep. auf Freitag in Algeciras, um Mittags ohne Stress die Fähre nach Marokko zu erreichen. Vorher noch das Auto abgegeben mit dem wir durch Andalusien gefahren sind. Nach 1 ½ Std. mit der Riesenfähre, von der man sich gar nicht vorstellen kann, dass sie das andere Ufer überhaupt erreichen wird, doch angekommen. Allerdings vom Fährhafen „Tanger Med“ noch weit entfernt von der Stadt Tangier.
Tangier
Der Bus nach Tanger muss wohl gerade weg sein, denn wir mussten 1Std. auf den nächsten warten, da es aber einige andere auch taten, war es nicht so langweilig. Die 40 km bis Tanger empfanden wir als eine sehr schöne Sightseeing Tour und so hatten wir einen ersten Eindruck vom Umfeld in Marokko. Wir verbrachten 4 Tage in Tanger mit wunderbarem Frühstück und hervorragenden Abendessen, und so preiswert, dass „selbst zu bereiten“ gar kein Thema war.
Unser Hotel war sehr schön und zentral gelegen.
So nutzten wir die Zeit um langsam in die Marokkanische Atmosphäre einzutauchen und ein wenig unser Umfeld zu erkunden. Die Stadt musste verschiedene Besatzungen ertragen, von Arabern über Spanien, England, Portugal bis zuletzt Frankreich. Jede Besatzung hinterliess ihre charakteristischen Bauten.
Einen Tag machten wir eine Tour in die Berge nach CHEFCHAOUEN mit, wobei das Schöne ist, man kommt auch mit anderen ins Gespräch, u.a. mit einem Paar aus den USA, die auf Europa Tour sind, wobei der Mann ein Tattoo auf der Wade hatte, eine Figur mit einem Riesengewehr, war etwas dubios. Unser Guide Norman konnte uns bei einem Rundgang viel über die Geschichte der Stadt und ihrer Einwohner erzählen. Chefchaouen wird auch als die blaue Stadt bezeichnet. Sie wurde 1471 gegründet und musste sich im Laufe der Geschichte immer wieder gegen verschiedene Eroberungen erwehren. Die Stadt liegt in den Bergen eingebettet und war der Zufluchtsort verschiedener Religionen die sich gegen die Christianisierung und Vertreibung wehrten. Die blauen Häuser sollen als Zeichen der Religionszugehörigkeit entstanden sein, wobei Weiss/blau eine gemischte Religion der Bewohner kennzeichnete. …-G.)
Am letzten Tag haben wir dann festgestellt, dass 4 Tage Tanger doch zu kurz sind und es doch mehr zu sehen gibt und so werden wir irgendwann auch hier nochmal auftauchen.
Rabat
Am 10. September sind wir dann mit dem Zug nach Rabat, haben viel zu viel für`s Taxi bezahlt ( aber man lernt ja).
Angekommen mitten in der Medina, sassen wir in einem fürchterlichen, überfüllten, dunklen Zimmer und stöhnten nur so vor uns hin. Da muss wohl was schief gelaufen sein, falsches Zimmer bestellt, wie auch immer und das für 7 Tage. Wir wollten uns mal in Ruhe um unsere Schreibarbeiten kümmern und jetzt sassen wir wie vergessen und nicht abgeholt auf den Betten (was anderes war nicht da) bis endlich wieder Leben in uns kam, wir unsere Buchung anschauten und mit Vergnügen feststellten, dass 6 wichtige Angaben, die das Zimmer haben sollte, fehlten.
In der Unterkunft konnte keiner Englisch noch Französisch, was die 2. Umgangssprache hier wohl ist. Wir bekamen aber nach vielem hin und her eine Tel. Nr. die uns erst natürlich dauernd versuchte vom Thema abzubringen und da wir eisern nur auf die im Vertrag zugesicherten Dingen bestanden, wurden wir derartig belohnt, dass wir dann total sprachlos waren. Wir hatten uns auch gleich an „booking.com“ gewandt. Erstmal wurde uns ein anderes Zimmer zugeteilt, gross, hell und mit Sitzgelegenheit, der Chef der Vermittlungs-Agentur kam selbst vorbei und guckte, ob alles in Ordnung ist, ein Regal im Vorraum wurde schnell hergerichtet mit Kaffee und Teezubehör, Besteck, Geschirr und eine Pfanne wurde gebracht, die Kochplatten kämen morgen. Es sollte wohl eine Küche symbolisieren, nur war nicht eine einzige Steckdose vorhanden, was aber den Vermittler nicht davon abhielt uns noch 2 Kochplatten zu versprechen. Aber eigentlich wollen wir hier sowieso nicht kochen. Die einzige Steckdose ist im Zimmer und das für 2 Lampen, einen Ventilator, den Wasserkocher, die Kaffeemaschine und dem Kühlschrank, der uns noch gleich die engen Treppen hochgebracht wurde und wir sollen uns gleich melden, wenn wir noch was brauchen !!!!! Abends standen dann noch 2 Biere im Kühlschrank und am nächsten Tag eine Flasche Rotwein auf dem Tisch.
Die Terasse ist wohl auch kaum benutzbar, da schlafen wohl 2.
Wir wohnen mitten in der Medina, so richtig eine nicht „raus geputzte“, mitten unter den Einheimischen, in ganz engen Gassen, die alle gleich aussehen und gestern Abend haben wir uns auch voll verlaufen, als auch Google nicht mehr mitmachen wollte und auch nur mit Hilfe eines cleveren Jungen, die Unterkunft wieder fanden.
Vorher waren wir in einem richtigen marokkanischen Restaurant essen. Dass die Tajine geplatzt war, habe ich leider erst gemerkt, als die leckere Sosse vom Tisch über meine Hose tropfte.
Es ist ein Genuss die prallen Obst- und Gemüsestände in der Medina zu betrachten.
Inzwischen kennen wir uns hier ein bisschen aus, nur, wir staunen immer wieder, wie hat man sich früher ohne Handy zurecht gefunden? Haben die Küste genossen, die mal wieder ganz ausser gewöhnliche Struckturen aufweist, waren in einer Fotoausstellung in dem ehemaligen Fort, toll und ungewöhnlich.
Wir erkundeten die Stadt und waren beeindruckt von der hochmodernen Strassenbahn, die mit 2 Linien die Vororte mit dem Zentrum verbindet.
Gestern haben wir mal wieder eine Gewalttour gemacht und zu spät entdeckt, dass wir einen Bus hätten nehmen können oder sogar ein Stück mit Strassenbahn, denn in die Medina darf kein Auto rein, egal wie viel Gepäck die Leute haben, vor der Mauer heisst es raus aus dem Taxi.
Wir besuchten das Mausoleum des letzten Königs Mohammed V und seines Vaters.
Interessant und eigenwillig die grossen Wandmalereien die in der Stadt zu bewundern sind.
Heute wollen wir dann doch mal Gemüse braten, das ist sehr rar hier in den Restaurants. Zum
Glück haben wir doch nur eine Kochplatte bekommen und die hat mit dem riesigen Wasserkocher und der Mehrfach- Steckdose gerade mal Platz auf dem Kühlschrank.
Gestern tauchte hier eine sehr nette Deutsche auf, die es wohl fertigbrachte, dass die Terasse hergerichtet wurde und kaum wiederzuerkennen ist. Es hielt aber nur einen Tag.
Wir verbrachten dann einen gemeinsamen Abend bei interessanten Gesprächen und Bier und wollen uns in Fes, unsere nächste Station, wiedersehen. Eigentlich hätten wir gerne einen Wein gehabt, der zur Verfügung gestellte Marokkanische war so hervorragend, aber es gibt nur einen Laden in Rabat, der Alkohol Verkaufen darf und der ist recht weit weg. Erstaunlich, dass überhaupt Wein angebaut werden darf. Wir haben dann doch noch die Pfanne 2x in Betrieb genommen und das frischeste Gemüse zubereitet mit Cocosoel ( oh Gott, hoffentlich reicht das Cocosoel, denn hier gibt es nur Literflaschen Olivenöl), Butter, Pfeffer, Salz und sonst nix. Und das schmeckt so lecker. Da das Braten auf der Pfanne ohne richtigen Wender sehr mühsam war, machte ich mich auf, auf den Marktständen in den engen Gassen, so was zu suchen und es war sehr unterhaltsam und lustig und irgendwie verstanden sie aber immer zum Schluss, was ich wollte und das ohne Worte. Der 5. hatte dann auch tatsächlich so was.
So ganz konnten wir uns auch in 7 Tagen nicht mit dem Zimmer anfreunden, das vollgestopft war mit Kissen, Decken und vielen Deko-Kleinzeug. Das Zimmer war für 3 angelegt, so konnten wir das Sofabett glücklicher Weise als Ablage benutzen, denn für Kleiderablagen oder Gepäck ist selten Platz vorgesehen, aber das war auch schon in Spanien meistens so. Teilweise haben wir schon längere Zeit als wichtigstes Reiseutensil Haken dabei, die leider öfter hängen bleiben. Inzwischen haben wir unser Sortiment um S-Haken erweitert, die auch leichter zu bekommen sind.
Jetzt ging es mit dem Zug 3 Std. weiter nach Fes.

















