DUBAI

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Unser nächster Stopp wird Dubai sein, raus aus den indischen Verhältnissen (dachten wir.) Stellten aber fest, dass wir wohl im indischen Viertel gelandet sind und sind erstmal schon erschrocken, versuchten dann aber es locker zu nehmen, denn wenigstens waren die Strassen recht sauber. Überhaupt ist Dubai ansonsten wohl eine der saubersten Städte. Obwohl z.B. der Bahnverkehr unglaublich ist, ist alles, was damit zu tun hat angenehm sauber. Die Inder sind es einfach nicht gewohnt, man kann auch nicht hingucken, wenn sie versuchen etwas in Ordnung zu bringen, was sie gar nicht verstehen: warum sollte der Herd nicht rundherum kleben, warum sollten die Knöpfe sauber sein, die lassen sich doch noch drehen? Dass irgendwo Wasser aus einer undichten Stelle im Bad oder in der Küche läuft: wo ist das Problem? Hier legen sie das darunter. Da wird ein Handtuch durchgerissen, und die sind wirklich schneeweiss und meistens so dick, dass man sich kaum abtrocknen kann. Das nächste Problem ist dann allerdings: wo das klitschnasse Tuch trocknen? Wenn sie nicht weiss wären würde man schwören es ist ein Teppich. In jedem Bad steht ein Abzieher für den Boden (worüber ich mich schon wunderte). Aber immerhin bekamen wir einen grossen Lappen, stolz gebracht: einfach drunter legen und das Problem ist gelöst. Nur als ich den Lappen dann mal trocknen wollte stellte sich raus, dass die Wäschegestelle auch nicht existierten, die in der Apt. Beschreibung angegeben waren. Die Jungs gaben sich aber grosse Mühe zu helfen und fanden dann ein Nachkriegsmodell, was sie nicht aufklappen konnten, dann kamen sie mit einem das gebrochen war und verzweifelt brachte der junge Mann es zum stehen. Es gab nur die beiden und niemanden kümmerts. 

Dubai

Wir hatten gleich für 14 Tage ein Apartment gebucht und  nach dem wir etwas umgeräumt haben, war es auch ganz wohnlich.  Aber endlich mal wieder selbst das Essen machen, unsere Brotaufstriche: Hummus, Knoblauchbutter, Quark aus Yoghurt und alles mit viel Schnittlauch, den man hier fast überall bekommt und Alfalfa. Da fällt mir ein, dass man erstaunlicherweise fast in jedem Hotel in Indien zum Frühstücksbuffet Sprossen bekommen hat, das einzige, wo man das Gefühl hat, man tut sich was Gutes, denn das Essen ist total zerkocht, wenn es Gemüse gibt das auch. Die meisten Restaurants sind vegetarisch d.h. voll zerkochte Hülsenfrüchte von dünner Suppe bis dicken Brei. Richtiges Gemüse ist relativ schwer zu bekommen und nur Weizenfladen. Hier können  wir auch wieder unser Pfannenbrot machen und nicht nur wie in Indien aus total ausgemalenem Mehl, sondern, wenn man  lange genug sucht findet man hier auch dunkleres oder noch besser Mehl aus 6 verschiedenen Körnern. 
Die Vereinigten Arabischen Emirate bestehen aus 7 einelnen Emiraten.  Hauptstadt ist Abu Dhabi.  In den VAE leben ca, 10 Mill. Menschen, allerdings sind nur ca. 10% original Staatsangehörige.  Die Mehrheit der Menschen sind Arbeitsmigranten, in erster Linie aus Indien, Iran, Pakistan, Bangladesh, den Philippinen und aus Südasien.   Dadurch gibt es ein erhebliches Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen (ca. 218 zu 100).  88% der Einwohner leben in den grossen Städten, die Mehrheit  sind Muslime.
Bildungswesen und Gesundheitswesen werden in den VAE qualitativ besonders hervorgehoben und für die Bildung wird rund ein Drittel des Staatshaushalts investiert.
Die Stadt Dubai ist gleichzeitig Hauptstadt des Emirates. Dubai-city ist weltweit die Stadt mit den meisten Hochhäusern über 300m. In Dubai ist der fünftgrösste Flughafen der Welt. Dubai-city hat jährlich ca. 15 Mill. Besucher und weltweit die meisten Touristeneinnahmen.
Die Stadt wird durch eine 14km ins Land ragende Bucht geteilt.  Da es nicht viele Brücken gibt, ist ein reger Fährverkehr (Abras) zwischen den Seiten.  Gegen Langeweile gibt es riesige Shopping Malls. Jede Mall hat besondere Attraktionen.
Beeindruckend ist der öffentliche Personenverkehr.  Die Strassen im Zentrum sind oft hoffnungslos verstopft, so dass auch die unzähligen Busse mittendrin stecken.  Die seid 2009 und 2011 mit 2 Linien fahrende automatische Metro mit den futuristisch anmutenden Bahnhöfen ist allerdings auch bereits zum Berufsverkehr überfüllt, so dass oft nicht alle Einsteigen können.  Das wird aber mit Geduld ertragen - in 2-3 min kommt ja die nächste.
In grossem Kontrast zu den Hochhäusern zeigt sich die Altstadt Bur Dubai, die 1833 am Dubai Creek gegründet wurde.  Die alten Gebäude sind heute nicht mehr bewohnt und sind eine touristische Attraktion.
Mit einer der vielen Fähren überquert man den Fluss und erreicht die Gewürzsouks und die Goldsouks.
Der Bahn und Bus Verkehr hier lässt keine Wünsche offen und es ist angenehm damit die Gegend zu erkunden. 3 Bootstouren haben wir schon gemacht und sind mit dem Welt höchsten Riesenrad gefahren (270 m).
Dann sind wir noch mit dem Bus 2 ½ Stunden nach Hatta gefahren, hatten den grossen Reisebus ganz für uns alleine und grosses Glück, denn 2 Tage später wurde er Saison bedingt eingestellt.  Der Busfahrer freute sich sichtlich und hatte auch alle Hände voll zu tun uns zu einem Ticket zu verhelfen, da er selbst keine verkauft. 
Auch die 42° waren besser zu ertragen wie wir dachten, nicht schlechter wie 35°. Wir wurden mit Lamm Curry und Lamm Masala verwöhnt, stiegen auf einen sehr hohen Damm, den ich erst nicht erklimmen wollte und dann doch plötzlich oben stand, die zweite Ersteigung eines Berges liess ich dann doch besser sein und ich glaube, Gerhard war dann auch sehr froh, dass er nicht alles mit hochschleppen musste. Zur Rückfahrt landeten wir in einen anderen Bus, der zwar früher los fuhr, aber bedeutend später ankam. Den Weg hatten wir uns als Sightseeing Tour vorgestellt, war aber nicht so berauschend, doch jetzt wurde das langweilige Braun der Berge unterbrochen durch das Schattenspiel der langsam untergehenden Sonne.
Als Highlight unseres Aufenthalts in Dubai gönnten wir uns 2 Übernachtungen auf der originalen "Queen Elisabeth 2", die im Hafen in Dubai festgemacht ist.  Ja, damit konnten wir in Ruhe das Schiff begutachten ohne von der Schaukelei auf dem Meer genervt zu werden.  Man konnte sich überall frei bewegen, obwohl vieles gerade neu renoviert wurde.
Einen anderen Tag wollten wir noch zu den angesagten sagenhaften Wasserfontänen, die in einem Farbenrausch zu Musikklängen ihr Wasser 150 m in die Luft schleudern. Haben uns ausgiebig informiert und als wir hinkamen stellte sich raus, dass sie schon seit einiger Zeit unter Renovierung stehen, das erfährst Du aber erst, wenn Du direkt davor stehst, aber gute Stimmung war trotzdem, denn es war gerammelt voll.
Mit dem Blick auf den nächtlichen Burj Khalifa  (mit 828m das höchste Bauwerk auf der Welt) verabschiedeten wir uns von Dubai.
Die eingefügten Reiserouten wurden mit Google-Maps erstellt.