Link zur vorherigen Seite Outback – 3
Zur Westküste 12. November ’18
Noch ein Mal gefrühstückt mit unverstellten Blick auf den Ozean. Dann muss der Tank aufgefüllt werden, Power abnabeln, Wasser-und Abwasserschlauch einholen, alles mm-genau verstauen, Markise einholen und dann Abschied nehmen von dem schönen Platz, der uns unsere Erlebnisse verdauen liess und Entspannung und Erholung bot. Meer war nichts mehr, die Flut hat sich so verschoben, dass es zu spät geworden wäre. Nochmal eingekauft, getankt und dann um 12 Uhr los.
Nach 350 km an einem Roadhaus übernachtet, den ganzen Weg gab es ansonsten noch nicht mal Parkmöglichkeiten. Wir versuchen alle Stunde anzuhalten um zu trinken, wenn man sich keine Zeit setzt vergisst man es, ausserdem ist die Gefahr auf so geraden Strecken mit kaum Verkehr recht gross und dann noch die Hitze.
Die Roadhouses sind sehr wichtig – teils erst nach über 200km ohne Ort – zum tanken, erfrischen und zum übernachten. Meist einfach und günstig – da mitten im Nichts. -G.
Einige Pfauen breiteten natürlich auch ihre Federn zu riesigen Rädern aus und man hatte den Eindruck, je mehr man sie bewunderte – je mehr drehten und wendeten sie sich. Es war köstlich. Der Höhepunkt war als ein Pfau mit vollem Rad über einen ca. 50 cm hohen Zaun sprang. Im Krach machen waren sie den Gänsen auch nicht unterlegen, vor allem im Morgengrauen, dann kamen noch diverse andere Vögel dazu. Hier machen die Vögel ja nicht einfach nur piep, nein hier werden s t u n d e n l a n g ganze Wörter in die Luft geschleudert ohne überhaupt Luft zu holen. Nein, wir haben es noch nicht geschafft, so zeitig Licht aus zu machen, dass wir fröhlich mit der Sonne und dem ersten Vogelgezwitscher (krakeelen) aufstehen können.
Hier reicht mein Wortschatz wenigstens aus für die Beschreibung im Gegensatz zu der Landschaft , wo mein Wortschatz viel zu gering ist um das alles zu beschreiben und der Fotoapparat die Gewaltigkeit kaum wieder zu geben vermag und auch immer nur einen Ausschnitt der Kilometer langen Formationen zeigt. Manchmal liegen die Steine, Platten, Säulen, Bruchstücke da, als ob eine Stadt zusammengefallen ist, manchmal eine Stätte, manchmal bilden sie Hügel, Berge, Ruinen, manchmal liegen die Steine da als ob die Götter murmeln gespielt hätten.
Gestern 2 Kamele zwischen Rinderherde, da sie die gleiche Farbe wie die Rinder hatten musste ich 2x hinsehen, nein es waren garantiert keine Buckelrinder !
Was ist hier ? Nichts sagen manche. Und doch hat es was fazinierendes wie die sich schon langsam zurückziehende Sonne die Strasse versilbert und sich dieses siberne glänzende Band optimistisch durch die verbrannte braune Steppe auf dunkelbrauner Erde, zieht. Wenn der erste Regen kommt wird auch hier wieder frisches Grün in allen Tönen spriessen. Am Horizont kilometerweite Hügel, die zu meterhohen Felsen, Bergen, Steinaufschüttungen, kahl oder wie mit Moos überwachsen werden, wenn man näher kommt. Eine Silhouette aus spitzen Rücken, mal mit Rundungen wie ein Elefant daliegend, eingekerbt oder was auch immer. Heute war die Strasse nicht einfach wie sonst mit dem Lineal gezogen in die Landschaft gefräst, sondern lebte mit ihr , sie war kurvig, sie war wellig, sie war hügelig, sie ging mal rauf, mal ging sie runter, sie schmiegte sich in die Landschaft ein. Es war sehr entspannend.
Wir nahmen den letzten Abstecher zum „80 Miles Beach“. Es gab sowieso nur 2, den ersten hatten wir verpasst. Und welch ein Glück. Denn was uns hier erwartete übertraf mal wieder unsere Erwartungen. Wir fuhren durch eine Landschaft auf sandiger Strasse an Salzseen vorbei, ein krasser Gegensatz zu der roten Erde der Strasse, die zu weissen Sand sich fortsetzte und über Lagunen sich zum tiefblauen Meer mit grünen Abstufungen hin öffnete. Wir gingen an einem Fluss lang, der sich später als Meereseinschnitt rausstellte. Die Ebbe hatte eingesetzt und mit grosser Geschwindigkeit ging das Wasser zurück so kamen wir aber gut auf die andere Seite des „Flusses“ und konnten dort weiter laufen, denn auf der einen Seite war der Strand zum Schutz der Schildkröten gesperrt. Nach einer Biegung zeigte sich dann der Indische Ozean ……
Wir fragen schon gar nicht mehr: nehmen wir den Abzweig oder ist dort nichts ? Es ist immer was und wenn es die Farben der Erde sind. Von dunkelrot, rot, orange, gelb, beige, weiss, hellbraun, dunkelbraun, schwarzbraun, das Gras, das von hellbeige, gelb orange, giftgrün, blaugrün eine grosse Palette aufweist. Die Farben der Erde sind unbeschreiblich. Aber es kommt bei allem noch das Gefühl des Erlebens hinzu. Wir sagen schon mal komm bloss hier weg, ist ja nicht auszuhalten, viel zu kitschig, mit ein bisschen mehr Mühe hätten sie das Ganze auch etwas realistischer gestalten können.

Kurz über Port Hedland weiter. Hier ist der Hafen, Umschlagplatz für Erz. Die Güterzüge die hier los fahren ziehen so 120 (!) Waggons und die Roadtrains, überlange Lastwagen, die normal 3 Anhänger haben mit 53 m Länge, haben hier 4 Anhänger.
Exmouth 15. November ’18
Heute Nacht fast Friertemperatur: nur 22°. Aber zu laut um alles offen zu lassen.
Heute durch bis Exmouth. War schon ganz schön anstrengend. Es waren auch wieder über 40°
Haben es gerade noch in die Information geschafft und trotz der Uhrzeit wurde noch alles in die Wege geleitet uns am nächsten Morgen auf dem Glasbodenboot unter zu bringen. Und bis auf dass es ziemlich kalt war, jaaaa und geregnet hat, was hätten wir uns das an allen anderen Tagen sehnlichst gewünscht, war es toll, wunderschön, interessant. Es ging über ein Korallenriff, welches zum Barriereriff gehört, da gab es Stellen mit riesengrossen Korallen die über 100 Jahre alt waren.
Leider ist meine Kamera nur einmalig für Unterwasseraufnahmen geeignet. Da ich noch Trockenaufnahmen machen wollte, hier die nur schlechte Qualität durch den Glasboden. Als Trost einige Bilder von der CD die wir erhalten haben – so kann es auch aussehen….. -G.
So was gab es auch noch nicht im TV. Gerhard machte todesmutig die Schnorcheltour mit, mir war es einfach zu kalt, anderen auch. Ab und an zählte der Skipper vom Boot aus ob noch alle Schnorchler zu sehen waren, die er 20m weiter zu einem Schnorchelgrund geschickt hatte.
Wir haben hier für 3 Nächte gebucht und es ist schon erholsam, wenn man mal einen Tag hier nur rumhängt – ich, Gerhard ist wieder am basteln.
Das ist der erste RV Park, der Liegen am Pool hat, nur sitzen viele grosse weisse Papageien in den Palmen über den Liegen ……, die auch noch Stimmen haben wie ein vom Leben enttäuschter alter Mann.
Gestern sind wir zufällig, als wir ins „Zentrum“ radelten, in einer orginellen Bierbrauerei-Kneipe gelandet. Da Gerhard uns Licht ans Rad bastelte können wir auch bei Dunkelheit radeln. Ohne Helm geht in Aussi gar nichts. Kostet richtig. Alkohol nur im Auto zu haben kostet in manchen Gegenden richtig, bis zu Gefängnis, aber über Licht am Fahrrad gibt es keine Vorschrift.
Morgen geht es früh los, wir wollen durch den Cape Range Nationalpark und wissen nicht ob wir da Übernachten können, da jetzt Wochenende ist können wir niemanden erreichen und unser Internet blockt den Zugang. In anderen Parks wirft man das Geld mit den pers. Angaben einfach in eine Büchse, das ist sehr praktisch. Hier ist wohl mal vor nicht allzu langer Zeit ein ganzer Campground durch einem Cyclon an der Küste verschwunden, der jetzt fehlt.
Haben nochmal 3 Nächte verlängert. Stellten fest wir brauchen das. Im Moment ist der Wasserstand auch zu niedrig zum schnorcheln, hier braucht man eine gewisse Wasserhöhe, sonst kommt man den Korallen zu nahe. Wir haben das Ganze jetzt auf Übermorgen verschoben, da ist der Wasserstand wieder etwas höher und auch erst nach 10 Uhr Morgends. Morgen müssten wir auch schon kurz nach acht da sein und der Weg beträgt ca. 50 Min. mit unserer grossen Kiste vielleicht etwas mehr und Frühstücken müssen wir ja auch noch zwischendurch.
Vielleicht versteh ich das irgendwann mal mit den Gezeiten, bis jetzt langte es mir zu wissen, dass Ebbe und Flut mit dem Mond zu tun haben soll, ich dachte das langt, nein es langt nicht und ich wette, dass auch kein Lehrer das drumherum gewusst hat oder weiss das etwa einer von Euch ???
Jedenfalls haben wir jetzt morgen noch Zeit nach Schnorchelequipment zu gucken. Sonst hätten wir es mieten müssen, aber wir wollen ja die Küste noch abschnorcheln.
Heute erst Wanderung an einer tiefen Felsschlucht (Gorge) entlang.
Hier unser Wanderweg – auch richtig gekennzeichnet
Dann waren wir schnorcheln. Ich war zu schissig zum Riff raus zu schwimmen, aber vorne schon im flachen konnte man mit ganzen Fischschwärmen schwimmen. Als ich stand habe ich einen grossen Fisch nicht mehr losbekommen, der dauernd mit meinem Fuss beschäftigt war.
Ich habe ja noch gar nicht die Emus erwähnt, die sich hier so sicher fühlen, dass sie ungerührt durch den RV Park spazieren und wir jeden morgen mit Ihnen Frühstücken. Köstlich ist es ihnen zuzusehen. Sie stolzieren elegant an uns vorbei, ein Fuss vor den anderen setzend, wie ein Model. Hat sich schon einmal jemand Gedanken gemacht wie ein Emu sich in Ruhestellung begibt? Immerhin hat eine kleine Fliege 6 Beine, wozu nur ? Dieser relativ grosse Vogel hat 2 dünne, überlange Beine ohne jegliche Muskulatur, mit langen Unterschenkeln, keine Flügel, keine Vorderfüsse, um sich abzustützen. Also, es sah ganz eigenartig aus, es geht knick, knick, weggeknickt wie Scharniere, dann sass das Federknäuel auf dem Boden.
Gestern sind wir noch zum Hafen geradelt und plötzlich stand ein Emu mit Kleinen vor uns.
Als wir heute früh aus dem Ort fuhren rannte ein Emu einem Hund mit ganz kurzen Beinen hinterher, der auch noch noch die gleiche Farbe hatte wie der Emu. Wir wissen nicht, wie das ausgegangen ist. Es sah jedenfalls erstaunlich aus. Jetzt wissen wir aber das Emus absolut keine Hunde mögen.
Hier der dringende Rat an alle die auf den Hund gekommen sind – Auf keinen Fall noch ein Emu dazu anschaffen !! -G.
Auch im Nationalpark, ein Billabon mit verschiedenen Vogelarten.
Coral Bay 21. November ’18
So, weiter ging es Richtung Coral Beach. Nach ca. einhundert km in totaler Einöde, über km nur Steppe, 40°, kein Baum weit und breit, nur Gras und ab und zu ein Busch.
Als es dann plötzlich einen Schlag gab – ein Stein gegen den Boden geknallt. Sicherheitshalber aber angehalten und alles begutachtet, kein Schaden zu sehen. Also weiter, erst langsam und dann wieder volle Kann mit 80. Plötzlich fing unser „Stein“ an nach Gummi zu riechen und griff auch leicht in die Lenkung ein. Wieder angehalten – vorn links – platt! -G.
Und das vorne. Hinten haben wir ja je 2 Reifen, darum war es beim ersten Mal, und das war nicht in so einer einsamen Gegend, nicht weiter problematisch. Gerhard stieg also bei der Hitze unter den RV, da ist nämlich das Reserverad befestigt, und nicht nur, dass es so heiß war, es wehte auch seit Tagen ein heftiger Wind der böenartig einen den Sand gegen die Beine wehte, wie mit kleinen Nadelstichen. Und wenn man jetzt noch auf der Erde liegt und schrauben muss…. Mit viel Gefluche hat Gerhard den Ersatzreifen hervorgeholt und dann kam es: des kaputte Rad war nicht abzukriegen und in der dazu gehörigen Werkzeugkiste war kein passender Schlüssel !!!
Jetzt erstmal ein gutes verspätetes Frühstück zu uns genommen in der Hoffnung, dass uns was einfällt.
Die Strasse ist sehr wenig befahren und mit Lastwagen noch weniger, aber mit einer Bestellung beim Universum kam auch schon ein Laster. Und er h i e l t auf Gerhard´s Winken hin, zwar ein ganzes Stück weiter und es sass ein Engel drin !!! Der wirklich sein Werkzeug den ganzen Weg hin und her schleppte bis endlich die grossen, festsitzenden Schrauben gelockert waren. Das ganze dauerte ca. 1 Stunde, aber der Engel verlor nicht die Geduld. Noch eine halbe Stunde und wir konnten weiterfahren. Und unsere Augen badeten wieder in Farben, die die Erde in vielen Tönen hervor brachte.
Hier ein Wort zum Blog: Ich lehne jegliche Verantwortung zu den inhaltlichen Darstellungen und Formulierungen die von „externer“ Seite verwendet werden kategorisch ab ! -G.
Als wir dann allerdings ans Wasser kamen, das war wieder zu viel aufgetragen, ein Türkis, so was gibt es nicht in der Natur, nein, wir lassen uns nichts vormachen, da wurde wieder zu tief in den Farbtopf gegriffen !
Die heraus ragenden Pfeiler sind die Reste der ersten Landungsbrücke vom Mitte des 18 Jahrhunderts.
Carnarvon 22. November ’18
Sind auf den schnellsten Weg zum nächsten Reifendienst, der in Carnarvon war, damit wir wieder unser Reserverad in Ordnung kriegen. Hat auch prima geklappt, der erste hatte keinen passenden, den nächsten erwischten wir gerade noch 5 Min. vor Feierabend am Freitag und der fand tatsächlich noch einen passenden. Samstag früh war das dann schnell erledigt und wir nutzten die Gelegenheit mit dem WW herum zu fahren. Normalerweise fährt man ja mit so einem grossen Ding zwischendurch nicht vom RV Platz. Hier gibt es endlich frischen Fisch aus der Gegend und viele Obst und Gemüseplantagen. Haben auf einem Bio-Dynamischen Anwesen eingekauft und haben noch nie so saftige, süsse Papaya gegessen. Im Norden war gerade Mango-Zeit. Und man fand sie überall, es war köstlich. Zu unserem Leidwesen sind die Mangos hier erst im Januar reif.
Carnarvon wirbt mit der längsten (ca. 1 Meile) Jetty (Landungsbrücke) auf der seid 1891 eine Bahn die anlandenden Schiffe mit Fracht und Passagieren aus der Stadt versorgte. Inzwischen ist alles nicht nur in die Jahre gekommen und leider auch runter-.
So war die Brücke leider nicht mehr zu betreten. Auf dem kurzen Weg von der Stadt gab es sogar noch eine kleine Zwischenstation. -G.
Nach 4 Tagen ( 4 Tage bleiben, 3 bezahlen ) fuhren wir ganz in die Nähe, 75 km – so wird das hier gesehen, zu den Blowholes. Die Blowholes sind in einer grossen Felsplatte, die ins Meer ragt und wenn die Gicht mit grosser Wucht gegen die Felsen knallt drückt sie das Wasser durch grosse Löcher und in bis zu 20 m hohen Fontänen schiesst es daraus hervor. Beeindruckend.
Und jetzt – Eis auf der Pfütze ???
Bei heftigem Wind und etwas zerklüfteten Boden – ein tolles Naturschauspiel.
Etwas verspätet – hier die Videosequenz von dem „Schauspiel“. Der heftige Wind hat eine ruhige Hand und einen Ton verhindert. -G.
Nach einer freien Übernachtung auf einem sehr schönem Platz, wo ich gerne noch geblieben wäre, aber wir hätten nichts machen können, kein Internet.
Seit Exmouth weht ein sehr starker frischer Wind, der Nachts stärker wird und teilweise unseren WW ganz schön beutelt. Essen können wir nicht mehr draussen, der Wind weht den Salat sofort vom Teller und die Markise haben wir Nachts reingeholt aus Befürchtung, die Halterungen halten dem Druck nicht stand.
Unser nächstes Ziel ist Shark Bay. Wir hoffen das der Wind uns nicht allzuviel verweht.